Sind LED-Lampen schädlich für Gemälde?

Eine Studentin, die ihre Doktorarbeit an den Universitäten von Antwerpen und Perugia schrieb, stellte darin fest, dass die modernen LED-Lampen, mit denen in vielen Museen weltweit Kunstwerke beleuchtet werden, schädlich für diese Bilder sein können.
AP2012

Letizia Monico stellte in ihrer Doktorarbeit, die sie an der Universität von Antwerpen und an der Universität im italienischen Perugia verfasste, fest, dass die leicht blaues Licht ausstrahlenden LED-Lampen in Museen historische Gemälde beschädigen können.

Dieses konzentrierte blaue Licht wirkt sich offenbar auf Dauer negativ auf gelbe Farbtöne auf. Letizia Monico und weitere Wissenschaftler und Kunsthistoriker der Unis von Antwerpen und Perugia unterzogen zum Beispiel Gemälde von Vincent Van Gogh gebündelten Röntgenstrahlen und stellten fest, dass der Maler nicht immer die gleichen gelben Farben und Farbtöne nutzte.

Sein Chromgelb wies keine Probleme auf, doch Gemälde oder Bildbereiche, auf denen er Zitronengelb oder Primelgelb anwendete, zeigten durch ihre Kristallstruktur in Verbindung mit LED-Licht im Laufe der Zeit Veränderungen. Van Gogh-Gemälde, die mit anderen Lichtquellen, als LED-Strahlern beleuchtet wurden, wiesen keine strukturellen Veränderungen in den diversen Gelbtönen auf.

Die Studien von Letizia Monico und ihren Partnern ergaben, dass sich Gelbtöne in diesen Bildern durch LED-Licht in Richtung Braun oder Olivgrün veränderten, zum Beispiel in Van Goghs „Portrait von Gauguin“ und in der berühmten „Vase mit Sonnenblumen“ (großes Foto).

Diese Erkenntnis könnte Folgen für die gesamte Museumswelt haben, denn auch Paul Cézanne nutzte ähnliche Gelbtöne und Farben, wie Vincent Van Gogh, die ebenfalls stabile und veränderliche Strukturen aufweisen. Monico warnt davor und rät Museen davon ab, historische Gemälde auf Dauer mit LED-Strahlern zu beleuchten.