Di Rupo: "N-VA ist gefährlich fürs Land"

Der belgische Premier hält die flämischen Nationalisten N-VA für "sehr gefährlich". Er bleibt dabei, dass die Weihnachtsbotschaft des Königs inhaltlich in Ordnung gewesen sei. "Mit seiner Warnung vor dem Populismus zitierte er niemanden und er spielte auch auf niemanden an", so der Premier in einem Interview mit der Zeitung "De zondag". Er bedauert die kritische Reaktion der N-VA auf die Rede.

"Die Krise der 80er Jahre und die populistischen Reaktionen, die sie herbeiführten, sollten nicht vergessen werden. Wir haben gesehen, welche katastrophalen Folgen das für unsere Demokratien gehabt hat", hatte der König in seiner Neujahrsansprache am 24.12. gesagt.

Mit dieser Rede kritisierte der König die populistischen Parteien von heute. Die N-VA hatte sich direkt angesprochen gefühlt und ging zum Gegenangriff über. "Ich brauche solche Reden nicht, aber wenn sie schon gemacht werden, sollten sie neutral  erfolgen. Der König muss wie in den Niederlanden vereinen", so Bart De Wever, der Vorsitzende der N-VA.

Premier Di Rupo steht noch immer hinter der Botschaft des Königs. Di Rupo zufolge nutze die N-VA jede Möglichkeit, um Wahlkampf und einen weiteren Schritt in Richtung ihres angestrebten Ziels zu machen, das die Spaltung Belgiens und die Unabhängigkeit Flanderns sei. Der belgische Premier betont an diesem Sonntag in der Zeitung "De zondag", dass er den Inhalt der Weihnachtsansprache des Königs "ganz und gar nicht bedauere".

"Der Text konzentrierte sich zu 90 Prozent auf die Wirtschaftssituation", heißt es. "Der König hat mit seiner Warnung vor dem Populismus keine einzelne Person angegriffen. Ich habe mir den gesamten Text des Königs gemerkt, andere merken sich nur einen Teil, das was sie sich merken wollen."

Hier verweist Di Rupo auf die N-VA, die Partei, die er im Interview in "De zondag" als "sehr gefährlich" bezeichnet. "Die N-VA ist eine separatistische Partei und deshalb sehr gefährlich für unser Land", heißt es noch. Die N-VA wolle eine Diskussion zur Rolle des Königs anregen, aber dieses Thema sei im Regierungsabkommen nicht angeschnitten worden, betont der Premier. Di Rupo findet, dass der König in einem komplexen Land wie Belgien eine äußerst wichtige Rolle spiele.