Ford-Arbeiter für Wiederaufnahme der Arbeit

Am heutigen Montag haben die Gewerkschaften von Ford Genk die Stimmen der Mitarbeiter, die für und diejenigen, die gegen eine Wiederaufnahme der Produktion in Genk sind, gezählt. Das Ergebnis: Eine knappe Mehrheit der Ford-Mitarbeiter will eine Wiederaufnahme der Arbeit. Einige wütende Mitarbeiter, die mit Nein gestimmt hatten, sind aus Unzufriedenheit in den Versammlungssaal eingedrungen.

Die Arbeitnehmer von Ford Genk und von 4 Zulieferunternehmen werden am Mittwoch wieder ihre Arbeit aufnehmen.

Die Stimmenauszählung hatte nicht im Werk in Genk stattgefunden, sondern in Hasselt. Dort hatten sich Vertreter der Ford-Gewerkschaften und ein Sozialvermittler um 9 Uhr versammelt, um die Stimmen zu zählen.

Abgestimmt wurde über einen Vorschlag der Ford-Direktion, bei dem die Mitarbeiter im Gegenzug zu einer Prämie im ersten Quartal von 2013 40 oder 42 Tage arbeiten sollen,ergänzt um 25 Arbeitslosentage. Für 40 Arbeitstage, was einem Volumen von 1.000 Autos pro Tag entspricht, wird 40 Prozent Zuschlag zum Basisstundenlohn bezahlt. Für 42 Tage, an denen jedes Mal 950 Autos produziert werden, beträgt die Prämie 25 Prozent. Die Arbeitnehmer hätten beide Möglichkeiten auch vom Tisch fegen und sich fürs' zu Hause bleiben entscheiden können. Das hätte eine absolute Sackgasse bedeutet.

Letztlich hat sich 54 Prozent der Arbeitnehmer dafür entschieden, 1.000 Autos pro Tag herzustellen für eine Prämie von 140 Prozent auf den Basisstundenlohn. Diejenigen, die gegen den Vorschlag der Direktion stimmten, zeigten sich äußerst unzufrieden.

Rund 25 Protestierende, vor allem Mitarbeiter von Zulieferfimen, hatten sich am Morgen vor dem Gewerkschafts-Gebäude FTML in Hasselt, in dem die Auszählung statt fand, versammelt und warteten mit Spannung auf das Ergebnis. Auch ihre Zukunft hängt von Ford Genk ab.

Diejenigen, die ein Nein abgaben, taten dies, weil durch die Arbeitsaussetzung weitere Unternehmen in Schwierigkeiten geraten wären, wodurch sie ein weiteres Druckmittel für mögliche Neuverhandlungen gehabt hätten.

In einer der Abteilungen von Ford Genk werden nämlich auch Teile für die Fordfabrik in Sankt-Petersburg und für die Fabrik von Volvo in Gent hergestellt. Noch 14 Tage so weiter machen und die Produktion von Volvo hätte auch Schwierigkeiten, hieß es. "Dann wären wir schon einen Schritt weiter."

Trotz der Mehrheit, die sich für eine Wiederaufnahme der Produktion entschieden hat, wird eine solche Arbeitswiederaufnahme bei Ford in Genk nicht einfach werden. Eine kleine Minderheit bei einem Zulieferer oder in einer Abteilung reicht aus, um das Fließband lahm zu legen.