75 Züge überfuhren 2012 ein rotes Signal

Im vergangenen Jahr wurde auf dem belgischen Schienennetz 75 Mal ein rotes Signal überfahren. In 34 Fällen verursachte dies eine mögliche Gefahr, wie Infrabel, der Gleisnetz- und Infrastrukturverwalter der belgischen Bahn dazu angab. Trotz Rückgang sei dies noch zu viel, hieß es bei Infrabel.

75 Fälle von Überfahren eines roten Signals stellen zwar einen Rückgang um ein Fünftel dar, doch es bleibt eine zu hohe Zahl. Wenn man bedenkt, dass in knapp der Hälfte der Fälle im vergangenen „potentiell Gefahr“ im Verzug war, bedeutet auch ein stetiger Rückgang keine wirkliche Entwarnung.

„Potentielle Gefahr“ bedeutet zum Beispiel, wenn ein Zug vor einer Weiche, über die auch ein anderer Zug nahen könnte, ein rotes Signal überfährt. In den meisten Fällen, so Infrabel, werden rote Signale überfahren, wenn die Lokomotivführer einen Moment lang unachtsam sind.

Um die Zahl dieser Vorfälle zu senken, wird die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCB das automatische Nothalt- und Sicherheitssystem TBL1+ rascher weiter verbreiten, als bisher geplant. Eile ist spätestens seit der Zugkatastrophe von Buizingen (bei Brüssel) vor drei Jahren geboten, als beim Zusammenstoß zweier Züge 18 Menschen ums Leben kamen. Dieser Unfall war auf ein überfahrenes rotes Signal zurückzuführen.

Seit Ende 2012 sind alle Hauptachsen des belgischen Schienennetzes mit TBL1+ ausgerüstet. Infrabel-Sprecher Frédéric Petit führt den deutlichen Rückgang dieser Fälle seit 2010 (104 überfahrene rote Signale) auch darauf zurück, dass die Bahn intern Sensibilisierungs-Kampagnen für ihre Lokführer organisiert, die jetzt offenbar Früchte tragen.