Der Genter Seehafen übersteht die Krise

Der Seehafen von Gent hat die Wirtschaftskrise bisher sehr gut überstanden und hat 2012 im Vergleich zum Rekordjahr 2011 nur unwesentlich weniger Güter und Waren umgeschlagen. Ein Rückgang um 1,2 % Umschlag sei zu verkraften, so Gents Hafen-CEO Daan Schalk.

2011 erzielte der Genter Hafen einen Rekordumschlag in den Bereichen Hochsee- und Binnenschifffahrt von 50 Millionen Tonnen Güter und Waren. Im vergangenen Jahr ging diese Zahl um vertretbare 600.000 Tonnen zurück.

Gents Hafen-Manager Daan Schalk sagte dazu, dass die Konjunktur 2012 nicht das gebracht hatte, was man erwartete und führte dies auf die europäische Wirtschaftskrise zurück. Allerdings habe man in Gent feststellen können, dass sich die Krise nicht so stark auf die Aktivitäten ausgewirkt habe, wie anderswo.

In Gent legten die Umschlagszahlen im Bereich Binnenschifffahrt sogar noch leicht zu und zwar um knapp 1,2 % auf insgesamt 23,2 Millionen Tonnen. Hafen-CEO Schalk sagte dazu, dass Gent bei den Binnenschiffen entgegen aller Trends gegenhalten könne.

Die Hochseeaktivitäten mussten allerdings einen leichten Rückgang der Umschlagszahlen verkraften, die auf sinkende Zahlen beim Import zurückzuführen sind.

Exporthafen Gent

Der Seehafen von Gent profitiert in erster Linie vom Export. Wichtigste Bestimmungen sind hier Schweden (RoRo-Verkehr, in Gent montierte Volvo-LKW), Russland (Steinkohle, Stahlprodukte und Leinsamen) und die USA (Steinkohle, Koks und Holzpellets). Neu hinzu kamen Verbindungen in die Ukraine (Getreide, Anthrazit) und Australien (Raps). Gent kann vor allem im Umschlag von Binnen- auf Hochseeschiffe und Küstenfrachter punkten.

Doch auch in Gent gibt es etwas, wo deutlich der Schuh drückt. Die ganz modernen Frachter mit großem Tiefgang können den Hafen, der ja im flämischen Inland liegt, nicht mehr erreichen. Deshalb fordern alle Unternehmen der Region, die eng mit dem Hafen verbunden sind, eine neue und größere Schleuse in Terneuzen. Diese Forderung hat der neue Stadtverordnete für den Genter Hafen, der flämische Liberale Mathias De Clercq (Open VLD), zur Chefsache erklärt. Schließlich hängen direkt und indirekt rund 70.000 Arbeitsplätze von seinem Hafen ab.