Wieder belgischer Militärattaché in Berlin

Belgien wird in Zukunft wieder einen Militärattaché in Berlin einsetzen. Dieser Posten war 2005 aus Spargründen gestrichen worden, doch Bundesverteidigungsminister Pieter De Crem (CD&V - Foto) will die guten Beziehungen zu Deutschland auch damit unterstreichen, dass dieser Posten ab dem kommenden Frühjahr wieder besetzt wird.

Belgiens Verteidigungsminister Pieter De Crem gab dies anlässlich der Verleihung des „Großen Verdienstkreuzes mit Stern und Schulterband des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland" durch den deutschen Botschafter, Dr. Eckart Cuntz (kleines Foto), am Dienstag bekannt.

Botschafter Cuntz, der De Crem diese Auszeichnung in seiner Residenz in Brüssel verlieh, sagte zur Begründung dieser Ehrung: "Verteidigungsminister Pieter De Crem hat über Jahre besondere Sympathie für Deutschland gezeigt und sich in hohem Maße um die Förderung der deutsch-belgischen Beziehungen verdient gemacht".

Der deutsche Botschafter nannte Pieter De Crem vor einem Großteil der belgischen Armeeführung in seiner Residenz am Dienstagabend übrigens einen „perfekten Europäer“, denn dieser spricht acht Sprachen.

Von Beginn seiner Tätigkeit als Verteidigungsminister an habe sich der belgische Verteidigungsminister auch für eine enge Verbindung der belgischen und deutschen Streitkräfte beim Auslandseinsatz in Afghanistan eingesetzt, so Botschafter Cuntz. So arbeiten 150 belgische Soldaten im Norden Afghanistans gemeinsam mit deutsche Kameraden dort an Bundeswehrstandorten zusammen. Die Belgier sind auf die Entschärfung von Minen und Sprengstoffe spezialisiert und helfen bei der Ausbildung afghanischer Soldaten.

Gerade diese bilaterale Zusammenarbeit zwischen den Armeen der beiden Länder, wird mit der Auszeichnung De Crems unterstrichen. Ein belgischer Militärattaché war seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Deutschland im Amt, zunächst in der alten Bundeshauptstadt Bonn und später, bis zur Abschaffung dieser Mission 2005, in Berlin.

Gemeinsame Botschaften mit den Niederlanden?

Das während fast acht Jahren inexistente Amt des belgischen Militärattachés in Deutschland ist nur ein Beispiel dafür, dass auch in der belgischen Diplomatie Schmalhans Küchenmeister ist. Mit diesem Problem hat nicht zuletzt auch Belgiens Außenminister Didier Reynders (MR) zu kämpfen.

Doch auch Reynders möchte vermeiden, Botschaften oder Konsulate auf Dauer zu schließen und schlägt deshalb vor, auf dieser Ebene enger mit den Benelux-Partnern Luxemburg und Niederlande zusammenzurücken. Skandinavien macht es dieser Partnerschaft vor, denn hier wurden Botschaften in einem Gebäude zusammengelegt und diese Botschaften verfügen auch nur jeweils über einen einzigen Eingang mit gemeinsamem Empfang.

In erster Linie soll mit den Niederlanden zusammengearbeitet werden, die auch schon Interesse zeigten. Außenminister Reynders ist der Ansicht, dass Belgien und die Niederlande nicht gleich in jedem neuen EU-Land eine eigene Botschaft eröffnen müssen und dass deshalb gemeinsame diplomatische Aktivitäten von Partner- oder Nachbarländern eine naheliegende Alternative seien.