Belgische Banken sehen Zukunft schwarz

Die belgischen Banken sehen pessimistisch in die Zukunft. Der Bankensektor rechnet nicht nur mit einer Verschlechterung der Situation, sondern stellt auch Fragen zur Wirtschaftsprognose für Belgien. Das geht aus einer Studie hervor, die die Unternehmens- und Managementberatung Ernst & Young durchgeführt hat.

Der Pessimismus belgischer Banken äußert sich unter anderem in einer geplanten Erhöhung der Deckungssumme für Kreditausfälle. Rund 67% der belgischen Banker prophezeit eine Erhöhung der Deckungssumme. Das sind eindeutig mehr als im europäischen Durchschnitt (47%).

Der Anteil der Banker, der mit Arbeitsplatzverlusten rechnen, ist zudem von 18 auf 50% gestiegen.

Der größte "Hoffnungsschimmer" ruhe in der belgischen Sparkultur, so Ernst & Young. "Letzten Oktober wurde ein neuer Rekord gebrochen mit einem Gesamtguthaben von über 230 Milliarden Euro. Die Banken rechnen in den kommenden Monaten sogar noch mir einer Fortsetzung des Wachstums in diesem Segment und das trotz der Tatsache, dass die Zinsen kaum bzw. nicht einmal die Inflation ausgleichen", erklärt Philippe Desombere von Ernst & Young Financial Services.

Was die europäische Schuldenkrise betrifft, so scheinen die belgischen Banker weniger negativ in die Zukunft zu blicken als ihre Kollegen auf dem alten Kontinent. 83% der belgischen Banken schätzt, dass die europäische Schuldenkrise künftig immer weniger Auswirkungen auf den Sektor haben werde.

67 Prozent der belgischen Banken zählt übrigens zu ihren Prioritäten im nächsten Trimester die Entwicklung und Einführung neuer Produkte. 83% will seine Aktivitäten über Partner oder den Kauf von Aktiva ausbauen. Nur 17% der Banken unseres Landes denkt daran Bankaktiva zu verkaufen.