Ford Genk: "Ziel ist bis Ende 2014 Autos zu bauen"

Der Direktor des Fordwerks in Genk, Philippe Verbeeck, begrüßte in einem an die Mitarbeiter adressierten Schreiben den Willen der Belegschaft, die Arbeit wiederaufzunehmen. Er bestätigte außerdem, dass das Ziel sei, noch bis Ende 2014 in Genk Autos herzustellen." Inzwischen steigt die Spannung an den Pforten von Ford Genk und verhindern rund 50 Arbeiter, dass fertige Autos das Gelände verlassen.

Der Direktor appellierte auch an die Arbeiter der Zulieferfirmen, die derzeit die Produktion bei Ford behinderten, mit ihren Gewerkschaften zu sprechen. Der Direktor hofft, noch in diesem Trimester eine Einigung über das Schließungsszenario von Ford Genk zu erzielen.

Inzwischen verhindern rund 50 Arbeiter von Ford Genk und von Zulieferfirmen, dass Fahrzeuge das Gelände verlassen können. Die Spannung am Eingang des Werkes steige, so die Gewerkschaften vor Ort.

Das Druckmittel der Arbeiter besteht aus 7.000 Fahrzeugen, die auf dem Parkplatz des Werks stehen. Laut dem am Montag vereinbarten Abkommen (Foto), dürfe nur eine Zahl, die der im Jahr 2013 produzierten Autos gleich komme, den Parkplatz verlassen. 78 Autos wurden am Mittwoch zusammengebaut. Die gleiche Zahl an Autos würden am Donnerstag das Werkgelände verlassen.

Einige Arbeiter lehnen die Vereinbarung ab und weigern sich, den Entschlüssen der Mehrheit zu beugen. Sie wollen verhindern, dass die Autos das Gelände verlassen, wenn nötig würden sie dies auch unter Anwendung von Gewalt tun, hieß es.

Ein harter Kern der Protestierenden der Zulieferfirmen von Ford Genk schmiedete offenbar auch Pläne, ihrem Ärger auf der am Freitag beginnenden Automesse in Brüssel Luft zu machen. Das hat die Presseagentur Belga offenbar von einem Streikposten erfahren.

Gewerkschaften gehen vor Gericht wegen Vertragsbruch

Die Gewerkschaften von Ford Genk wollen die europäische Direktion wegen Vertragsbruch vor Gericht bringen. Das schreibt die Zeitung Het Belang van Limburg auf ihrer Webseite.

Ihre Anwälte sind der Meinung, dass ausreichend Argumente vorlägen, um ein Verfahren zu rechtfertigen. Dabei wird vor allem auf den so genannten Zukunftsvertrag verwiesen, in dem Ford im Gegenzug zu 12 Prozent an Einsparungen und einige feste Prämien der flämischen Regierung Arbeitsgarantien bis 2020 versprochen hatte.

Die Gewerkschaften fühlen sich von der flämischen Regierung gestützt, die von Ford eine Rückerstattung von knapp 43 Millionen Euro an Subventionen verlangen will.

Die Eröffnungssitzung ist für den 22 Januar in Tongeren anberaumt.