Vlamingrant: Flamen in Wallonien

Le Bois du Cazier schlägt in Zusammenarbeit mit der Stadt Anwerpen / Atlas (Haus der Integration und der Diversität) und Linx+ eine zweisprachige Ausstellung über die Emigration von Flamen nach Wallonien und in andere Gegenden vor. "Vlamigrant" soll die Ausstellung heißen. Sie soll dabei helfen, zu verstehen, wer diese Auswanderer waren, warum sie ihre Region verlassen haben, wo sie sich niedergelassen haben, wie sie aufgenommen wurden und welches die Vorurteile und Probleme der Anpassung waren, denen sie begegnet sind.

Nicht selten trifft man in Wallonien Personen, die einen flämisch klingenden Familiennamen tragen. Und tatsächlich stammen die meisten von ihnen aus einer flämischen Familie. Diese flämischen Auswanderer waren während der industriellen Revolution nach Wallonien gekommen, um sich Arbeit in den Bergwerken und den Fabriken in der Region zu suchen. Viele Flamen sind im Laufe der Geschichte ausgewandert.

Le Bois du Cazier bei Marcinelle ist ein Museum und eine Gedenkstätte südlich von Charleroi auf dem Gelände einer alten Bergwerkskatastrophe. In der Kohlengrube war am 8. August 1956 ein Feuer ausgebrochen. 262 Menschen 12 verschiedener Nationalitäten, darunter 136 Italiener und 95 Belgier, starben bei dieser Katastrophe. Le Bois du Cazier steht auf der Liste des UNESCO Welterbes und ist ein Symbol für die Emigration der Flamen nach Wallonien, denn unter den Todesopfern waren 33 Flamen. 

Im Bois du Cazier, wo die Fotos der 262 Vermissten aufgeführt sind, werden sie durch das Werk "Stilte" des Bildhauers Roger De Haes geehrt. Mit der Projektion des Films "Terre Promise" von Pascal Verbeken soll die flämische Auswanderung nach Wallonien extra beleuchtet werden.

Die Ausstellung ist von Dienstag bis Freitag von 9-17 Uhr und an den Wochenenden von 10 bis 18 Uhr zugänglich und läuft vom 19. Januar bis zum 21. April 2013 im Bois du Cazier in Marcinelle.