Antwerpen: Werden Bürger zu Spionen?

Die belgische Polizei von Antwerpen startet am morgigen Donnerstag in Zandhoven und Ranst einen Versuch, beim dem Bürger verdächtige Personen oder Situationen melden sollen. Insbesondere Jogger und Hundebesitzer sollen sich angesprochen fühlen.
BELGA/VAN ACCOM

Bezirksbeamte werden Einwohner, die regelmäßig joggen gehen und Hundebesitzer, die ihren Hund spazieren führen, bitten, mit der Polizei zusammen zu arbeiten. Ziel ist, dass sie verdächtige Personen oder Situationen in ihrer Gegend sofort der Polizei melden. Wer möchte, könne sogar einen Informationskurs besuchen, bei dem er lerne, wie eine verdächtige Situation einzuschätzen sei, so Paul Neefs, Hauptkommissar und Direktor-Koordinator der Antwerpener Polizei.

"Wir müssen vermeiden, dass die Bürger mir Ferngläsern draußen herumlaufen, die Gegend scannen und melden, sobald jemand seinen Hausmüll zu früh vor die Türe gesetzt hat. Es geht darum, zu erkennen, wie die Täter vorgehen, was verdächtige Situationen sind und wer verdächtige Personen sind", so Neefs.

"Auf diese Weise erhalten wir so viele strategische Informationen wie möglich, um Einbrüche zu vermeiden."

Neefs will auch die Bürger dazu ermuntern, selbst proaktiv aufzutreten. Wenn zum Beispiel ein Auto langsam die Straße entlang fahre, könne ein Bewohner den Autofahrer freundlich fragen, ob er ihm helfen kann. Könne dieser nicht richtig erkären, was er in der Gegend suche, solle die Polizei verständigt werden, so Neefs in der Zeitung Het Nieuwsblad.

Ziel des Versuchsprojekts ist, die Zahl der Häusereinbrüche in den Gemeinden Ranst und Zandhoven drastisch zu senken. Der Plan schließt sich dem Appell des Antwerpener Staatsanwalts Herman Dams an, dass alle Einwohner verdächtige Dinge bei der Polizei melden sollen.