Wer kauft das Kongoboot? Preis: 1€!

Das letzte Kongoschiff, das ehemalige Kolonialschiff Charlesville, soll möglicherweise gerettet werden können. Der rostende Riese ist das letzte übrig gebliebene Schiff, das vor langer Zeit auf der Schiffsverbindung Antwerpen-Kongo fuhr. Es liegt derzeit in Rostock und ihm droht die Verschrottung, weil die Kosten für Sanierungsarbeiten und Unterhalt zu teuer werden. Das in Deutschland denkmalgeschützte Schiff soll jetzt für 1 symbolischen Euro erworben werden können.

Bis in die 1960er Jahre wurde das kombinierte Fracht- und Passagierschiff, das letzte von fünf Schiffen der Albertville-Klasse, im Liniendienst zwischen Antwerpen und dem Kongo (Matadi) eingesetzt.

Es fuhr unter dem Namen "Charlesville" für die "Compagnie Maritime Belge". Heute liegt die "MS Georg Büchner" als Jugendherbergsschiff im Stadthafen von Rostock. Seine Zukunft ist äußerst unsicher.

In den vergangenen Jahren wurde es immer schrottreifer und schließlich ist der Geldhahn zugedreht worden. Die Charlesville sollte deshalb zur Verschrottung nach Litauen, obwohl sie auf einer denkmalgeschützten Liste in Deutschland steht.

Wohin wird das Schiff gesteuert?

Der Verband Watererfgoed Vlaanderen (Maritimes Erbe Flanderns) setzt sich schon lange für die Rettung des Schiffs Charlesville ein. Sein Vorsitzender, Prof. Eric Van Hooydonk, hat an diesem Mittwochmorgen auf einer Pressekonferenz verkündet, dass wieder Hoffnung auf Rettung der Charlesville bestehe.

Das Schiff kann für einen symbolischen Euro gekauft werden. Die eigentlichen Kosten liegen jedoch woanders, nämlich bei den Schleppkosten und den Kosten für die nötigen Sanierungsarbeiten sowie den Unterhaltskosten. Es soll sich um jährlich eine Million Euro handeln. Watererfgoed Vlaanderen rechnet hierbei mit der Unterstützung von Flandern, das bis zu 80 Prozent der Kosten tragen könnte. Inzwischen wird kurzfristig nach der Übernahme der restlichen 20 Prozent der Kosten gesucht.

Die Zeit drängt, denn Rostock hat bereits wissen lassen, dass die Stadt bis zum 23. Januar ein eindeutiges Engagement aus Antwerpen erwarte. Inzwischen hat Van Hooydonk die Garantie bekommen, dass die knapp 154 Meter lange und 20 Meter breite "Charlesville" bis dahin weder verkauft noch zur Verschrottung geschleppt werde.

Van Hooydonk bezeichnet das letzte Kongoboot, das 1967 an die damalige Staatsreederei der DDR verkauft wurde, als ein echtes internationales Spitzenstück, das die Bindung zwischen der Stadt Antwerpen und ihrem Hafen verstärken könne.