Fyra und kein Ende: Zugausfälle durch Kälte

Die Probleme mit den Fyra-Zügen, die eigentlich Brüssel und Amsterdam mit hoher Geschwindigkeit verbinden sollten, haben auch rund einen Monat nach der Einführung der Verbindung noch kein Ende. Am Donnerstag fielen aus „klimatischen Gründen“ alle Züge aus.

Jef Van den Bergh (kleines Foto), Abgeordneter der flämischen Christdemokraten CD&V im belgischen Bundesparlament, fordert die Abstellung der Züge. Er schlägt vor, zusätzliche Züge zwischen Antwerpen und dem Grenzbahnhof Roosendaal einzusetzen, damit die Reisenden zumindest Alternativen haben: „Die Rechnung dafür können wir dann direkt an den Zughersteller AnsaldoBreda in Italien schicken!“

Van den Bergh will nicht länger hinnehmen, dass die Züge eigentlich seit dem ersten Tag ihres Einsatzes nicht richtig funktionieren. Nur die Hälfte der Züge kam ohne Verspätung am Ziel an, etwa ein Viertel der Züge fiel komplett aus und Kinderkrankheiten, wie nicht schließende oder sich nicht öffnende Türen sind an der Tagesordnung.

Ann diesem Donnerstag und womöglich auch am Freitag werden überhaupt keine Fyra’s zwischen Brüssel und Amsterdam fahren. Aus „klimatischen Gründen“, wie es bei der belgischen Staatsbahn NMBS/SNCB dazu heißt, seien sie derzeit nicht verfügbar.

Setzt Den Haag bald eigene Züge ein?

In Den Haag, der Hauptstadt der Niederlande, hat der Stadtrat beim niederländischen Gleisnetzbetreiber ProRail angefragt, ob es möglich sei, Züge von und nach Antwerpen und Brüssel einzusetzen. Seit dem 9. Dezember, dem Stichtag der Einsetzung der Fyra-Züge, ist Den Haag nicht mehr mit der belgischen Hauptstadt und der Scheldemetropole verbunden.

Der bisher verkehrende alte und beliebte Benelux-Zug ist abgeschafft worden und der jetzt aus Den Haag nach Belgien fahren will, der muss erst nach Rotterdam fahren, um dort umzusteigen. Das passt weder der niederländischen Landesregierung, noch der Stadtverwaltung in der Hauptstadt. Die Europäische Union hat keine Probleme damit, dass eine Stadtverwaltung einen internationalen Zug betreiben will, wie der belgische EU-Angeordnete Ivo Belet (CD&V) dort schriftlich angefragt hatte.

In Mechelen, wo der Fyra ebenfalls nicht hält, im Gegensatz zum früheren Benelux-Zug, verfolgt man die Vorgänge in Den Haag genauestens. Hier hätte man wohl auch nichts dagegen, wenn wieder internationale Züge zwischen Belgien und den Niederlanden im Hauptbahnhof halten würden.