Verliert Prinz Laurent seine Apanage?

Prinz Laurent, der jüngste Sohn von König Albert II. und Königin Paola, sorgt wieder für Schlagzeilen. Offenbar hat der Prinz ohne Absprache mit der belgischen Bundesregierung geschäftliche Projekte in Angola in Angriff genommen. Premier Di Rupo droht damit, Laurents Apanage zu sperren.

Anfang 2011 hatte Prinz Laurent für erhebliche diplomatische Probleme gesorgt, als er ohne Wissen der belgischen Bundesregierung Gespräche mit Rebellen in Libyen führte, als diese noch gegen Diktator Gaddafi kämpften. Laurent hatte geschäftliche Beziehungen zu Libyen und versuchte, seine Investitionen dort zu retten.

Ganz nebenbei kam damals auch zutage, dass der Prinz Geschäfte mit der Regierung des kongolesischen Präsidenten Kabila machte, ebenfalls ohne Mitwissen der damaligen Regierung. Damals war die Regierung Leterme II noch geschäftsführend im Amt. Sie verlangte von Prinz Laurent die Unterzeichnung einer Abmachung, die besagte, dass dieser keine Auslandsgeschäfte mehr unternehmen dürfe, ohne vorher die Regierung zu unterrichten. Andernfalls würde er seine Dotation von jährlich 300.000 € pro Jahr verlieren.

Doch jetzt tauchten Medienberichte auf, nach denen der Prinz Projekte in Sachen erneuerbare Energie in Angola ins Rollen gebracht haben soll. Dazu soll Laurent Gespräche und Verhandlungen mit in Belgien residierenden Diplomaten aus Angola geführt haben - natürlich ohne Wissen der belgischen Regierung.

Premier Di Rupo ist wütend

Premierminister Elio Di Rupo (PS) reagierte am Donnerstag wütend in der Ersten Kammer des belgischen Bundesparlamentes und drohte dem Prinzen an, seine Dotationen zu streichen, falls er sich nicht an die damals abgesprochenen Abmachungen gehalten habe:

„Wenn Prinz Laurent seinen Abmachungen von 2011 nicht nachgekommen ist, dann wird das Folgen haben.“ Die Regierung will den Fall gründlich analysieren. Doch eines ist schon jetzt deutlich: Wie in der vergangenen Woche bei Altkönigin Fabiola und ihrer umstrittenen Erbschaftsregelung scheint auch die Apanage des Prinzen nicht mehr sicher zu sein.