Belgischer Journalist in Syrien getötet

Der belgische Kriegsberichterstatter Yves Debay ist bei der Ausübung seines Jobs in Syrien ums Leben gekommen. Der 58jährige Belgier sei bei einem Feuergefecht zwischen Rebellen und syrischen Armeeangehörigen in Aleppo von einer Kugel getroffen worden, meldete der arabische TV-Sender Al Arabiya am Freitag.
Yves Debay

Das belgische Außenministerium konnte den Tod des Korrespondenten zunächst noch nicht offiziell bestätigen, doch Al Arabiya beruft sich auf Angaben eines Syrischen Menschenrechts-Observatoriums (OSDH) in der nordsyrischen Stadt Aleppo. Belgiens Außenminister Didier Reynders (MR) gab allerdings am Freitagmittag an, er fürchte, den Tod des Journalisten bestätigen zu müssen.

Offenbar kam Debay bei einem Feuergefecht zwischen Rebellen und Soldaten der syrischen Armee in der Nähe des Zentralgefängnisses von Aleppo ums Leben. Beobachter sprechen von einer Kugel, die von einem Scharfschützen der Armee abgefeuert worden sein soll. Bewaffnete Rebellen hatten Bilder und Videos des getöteten Journalisten gezeigt, die den Leichnam mit einem Kopfschuss zeigen. Die Bilder zeigen auch den Presseausweis von Yves Debay.

Yves Debay kam 1954 in Elisabetville (heute Lubumbashi) in der damaligen belgischen Kolonie Kongo zur Welt und trat 1975 der belgischen Armee bei. Nach seiner Offiziersausbildung verließ er die Armee wieder und wurde Söldner, unter anderem in Rhodesien. Im Alter von 30 Jahren wechselte er wieder die Seite und verlegte sich auf Kriegsberichterstattung.

Er berichtete vor allem für das französische Militärmagazin „Raids“ aus dem libanesischen Bürgerkrieg, von den beiden Golfkriegen, aus dem ehemaligen Jugoslawien und aus Afghanistan. Seit einigen Monaten berichtete er für sein 2005 im Eigenverlag verlegtes Militärmagazin „Assault“ aus Syrien.

Yves Debay, der sich selbst gerne als unkonventionellen Berichterstatter und als „fotografischen Scharfschützen“ bezeichnete, hatte oft inoffizielle Nachrichtenquellen und wurde im Laufe seiner Aktivität mehrmals auch gefangengenommen. Seit einigen Jahren hatte der vor allem in Frankreich arbeitende Journalist auch einen französischen Pass.

Gefährliches Pflaster Syrien

Syrien ist für Journalisten ein sehr gefährliches Terrain. Schon mehrere Korrespondenten für europäische Medien haben dort ihr Leben lassen müssen.

Reporter ohne Grenzen zählt seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs im März 2011 17 in Syrien getötete Journalisten und 44 syrische Bürger, die ausländischen Medien Nachrichten aus dem Bürgerkriegsland lieferten und dies mit ihrem Leben bezahlten.