Fyra: Belgische Bahn droht mit "brutalen Maßnahmen"

Obwohl der Chef der belgischen Bahngesellschaft NMBS, Marc Descheemaecker, den neuen Fyra-Hochgeschwindigkeitszug bei der Einführung noch gelobt hatte, droht er angesichts der nicht enden wollenden Pannen mit "brutalen Maßnahmen".

Das sagte Descheemaecker im TV-Magazin "De zevende dag" am Sonntag.

Der Bahnchef wollte der Entscheidung, die am Montag im Verwaltungsrat ansteht, nicht vorgreifen, aber "wir müssen brutale Maßnahmen" ergreifen.

Die NMBS denkt die laufende Bestellung von drei Fyra-Zügen zu stornieren. Die niederländische Bahngesellschaft, die bis jetzt als einzige die Züge des italienischen Herstellers Ansaldo Breda betreibt, hat die Bestellung der letzten 7 von insgesamt 16 Zügen annuliert. 

Am Montag stehen auch neue Gespräche zwischen der belgischen und niederländischen Bahn über die Zugverbindungen zwischen den beiden Ländern an. Angesichts der technischen Pannenserie mit dem Fyra stellt der Bahnchef sich die Frage, ob zwischen Brüssel und Amsterdam ebenso viele Züge wie zwischen Brüssel und Paris fahren müssen.

20 Millionen Euro für einen Fyra

Ein Fyra-Hochgeschwindigkeitszug kostet ca. 20 Millionen Euro. Von den 60 Millionen Euro hat die NMBS bereits 55 % anbezahlt. "Von Bankgarantien abgesichert bekommen wir unser Geld zurück, sagte Descheemaecker.

Marc Descheemaecker ließ kein gutes Haar an der italienischen Firma, die sich am Samstag formell entschuldigt hatte.