Brasschaat: Streit um flämischen Löwen

In Brasschaat (Provinz Antwerpen) ist ein Streit innerhalb der neuen Stadtregierung ausgebrochen. Gegenstand des Streits ist die Fahne am Rathaus. Der neue Bürgermeister, Jan Jambon von den flämischen Nationalisten N-VA, hat die Fahne mit dem flämischen Löwen in die Mitte platziert. Das hält der Koalitionspartner, die flämischen Christdemokraten von der CD&V, für illegal.

Wer vor dem Rathaus in Brasschaat steht, wird die Fahne mit dem flämischen Löwen in der Mitte wehen sehen. Auf der einen Seiten weht die europäische und auf der anderen die blegische Fahne.

Das war nicht immer so. Der neue N-VA-Bürgermeister Jan Jambon (Foto im Text) ließ den flämischen Löwen in die Mitte hängen. Das verstoße gegen die Regeln, das heißt gegen den Fahnenkodex, der in einem Rundschreiben 2009 festgelegt worden ist.

In diesem Rundschreiben wird festgehalten, dass die flämische, die belgische und die europäische Fahne stets zusammen gehißt werden müssten und dass die belgische Fahne bei einer ungleichen Zahl der Fahnenmaste immer in der Mitte hängen müsse. In Brasschaat wäre das der Fall.

Die CD&V in Brasschaat hält das Vorgehen des neuen Bürgermeisters deshalb für illegal. "Das hätte vom gesamten Kollegium besprochen werden müssen und provoziert die vielen Soldaten in Brasschaat", reagiert Francis Germain von der CD&V in der Zeitung De Standaard. Germain ist selbst ein pensionierter Oberst. Die Beschwerde über die Fahnenreihenfolge kommt allerdings nicht von ihm.

Jambon spielt die ganze Fahnensache in der Zeitung Het Nieuwsblaad herunter. Es werde hier viel Lärm um nichts gemacht, so Jambon.

Die Reihenfolge der Fahnen wird am heutigen Montag im Kollegium besprochen. Möglicherweise wird ein Kompromiss gefunden. Das Rundschreiben lässt der Polizei vor Ort eine Wahl: Entweder die Fahnen werden so aufgehängt wie in dem Rundschreiben angegeben oder man hängt alle Fahnen ab und lässt nur noch die lokale Fahne von Brasschaat am Rathaus wehen.