Bei Ford Genk wurde kurz wieder gearbeitet

Beim Autobauer Ford in Genk wurde am Dienstagmorgen vorübergehend wieder gearbeitet. Die Produktion war wieder angelaufen. Bei einigen Zulieferern wurden am Montag Autoteile hergestellt, so dass das Fließband gestartet werden konnte. Die Teile reichten jedoch nicht aus, so dass die Arbeit gegen halb neun wieder unterbrochen werden musste. Der Lieferant SML, der Ford unter anderem mit Motoren beliefert, konnte die Fabrik am Dienstag nicht versorgen. Bei IAC, wo die Apparaturen gefertigt werden, waren die Störungen weniger gravierend. Ein Dutzend Personen arbeiteten schließlich bei Syncreon, ein anderer Zulieferer von Ford Genk.

Die Gewerkschaften waren am morgen noch froh, dass wieder gearbeitet wurde. So betonte Robby Debruyn von der liberalen Gewerkschaft ACLVB: "Als Gewerkschaft können wir zufrieden sein, dass die Vereinbarungen eingehalten werden und dass die Menschen wieder arbeiten können. Man sieht das auch bei den Lieferungen: Die Menschen zeigen sich und dürfen sagen, dass sie arbeiten wollen. Auch bei Ford selbst denke ich, dass die Menschen wieder gerne zur Arbeit gehen, so dass der Sozialplan fertiggestellt werden kann."

Ein Arbeiter bestätigte, was der Gewerkschafter gesagt hatte: "Ich bin in der Tat froh, dass ich wieder arbeiten gehen und Geld verdienen kann, denn meine Rechnungen müssen bezahlt werden."

Die Gewerkschaften rechneten zu diesem Zeitpunkt allerdings schon wieder mit neuen Aktionen bei den Zulieferfirmen. "Das ist verständlich", so Debruyn. "Die Menschen wissen nicht, ob sie etwas bekommen. Jetzt wird es aber auch für sie Klarheit geben. Sie arbeiten wieder, diskutieren und dann wird auch für sie alles deutlicher."

Die Arbeiter verschiedener Zulieferer haben die Arbeit auf freiwilliger Basis wieder aufgenommen. Sie arbeiten wieder, weil ihre Direktionen versprochen haben, die Möglichkeit von Schadensersatzzahlungen für die nicht anerkannten Streiktage von letzter Woche zu untersuchen.

Bei IAC haben die Diskussionen kaum zu Verzögerungen in der Produktion geführt. Bei Syncreon haben ein Dutzend Arbeiter wieder ihre Arbeitsplätze eingenommen.

Die Abstimmungen zwischen Direktion und den Gewerkschaften von SML, dem größten Zulieferer von Ford Genk, laufen hingegen noch. Ford Genk konnte am Dienstagmorgen also nicht mit Teilen von SML versorgt werden.

Produktion von Ford Genk noch gesamten Dienstag gestört

Die Mehrheit der Arbeitnehmer des Zulieferers SML bleibt stur und weigert sich, die Arbeit wieder aufzunehmen. Auch bei Syncreon und Lear verläuft die Produktion äußerst zäh. Die Arbeitnehmer setzen all ihre Hoffnungen auf die Beratungen mit dem Sozialvermittler am Dienstagnachmittag in Brüssel. Die Chance ist klein, dass Ford Genk am Dienstag noch viele Autos bauen können wird.