Piloten gegen Ausweitung der Flugdienstzeiten

Mitglieder der Verbände European Cockpit Association (ECA) und European Transport Workers' Federation (ETF) haben sich am Dienstag in Brüssel versammelt, um gegen eine künftige europäische Reglementierung, die die Flugdienstzeiten für Piloten und Kabinenpersonal ausweiten will, zu mobilisieren. Sie finden, dass die neue EU-Verordnung die Flugsicherheit gefährde. Sie fordern Flugzeitregeln, die sich wie vorgeschrieben, an realistischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und nicht an kommerziellen Interessen orientierten.

Piloten und Kabinenpersonal haben am Dienstag auf verschiedenen Flughäfen Faltblätter an die Passagiere verteilt, um gegen die Pläne der Europäischen Union zur Ausweitung der Flugdienstzeiten zu demonstrieren.

Neben der Sensibilisierungskampagne der Mitglieder der Verbände auf den verschiedenen Flughäfen, darunter auch auf dem Flughafen von Zaventem, haben sie dem EU-Verkehrskommissar Siim Kallas eine "Petition für die Sicherheit" mit 100.000 Unterschriften überreicht.

Die Piloten und das Kabinenpersonal sind gegen den Entwurf der EASA (European Aviation Safety Agency) der schon bald von der EU-Kommission angenommen werden könnte. Der Entwurf sieht vor, dass die Piloten 20 bis 22 Stunden lang im Dienst sein dürfen und Nachtflüge bis zu zehn Stunden dauern dürfen, in Einzelfällen sogar bis zu zwölf Stunden und das, obwohl  Wissenschaftler schätzen, dass das Sicherheitsrisiko nach 10 Stunden Nachtdienst erheblich zunehme. Die Gefahren für die Flugsicherheit durch Übermüdung seien lebensgefährlich, so die Piloten.

"Ein müder Pilot ist ein gefährlicher Pilot und Kabinenpersonal, das müde ist, gefährdet im Notfall die Fluggäste", so Francis Nardy, Vizepräsident von ECA. "Trotzdem scheint die Kommission die Empfehlung der EASA zu unterstützen, weil sie denkt, dass der Entwurf gut sei. Wir möchten nur, dass sie unserer Bitte nachkommt und wissenschaftliche Erkenntnisse zu diesen Flugzeitregeln und Bereitschaftszeiten einholt."

Die EASA hat Wissenschaftler zu diesen neuen Vorschriften konsultiert, "aber offenbar einen Großteil einiger Empfehlungen ignoriert, denn die Fluggesellschaften haben Lobbyarbeit betrieben, um sich zu widersetzen und ihre Kosten zu drosseln", stellt Francis Nardy fest. "Als Piloten und Kabinenpersonal werden wir nicht warten, bis ein schrecklicher Unfall passiert, um diese Fragen zu beantworten."

Die Europäische Cockpitvereinigung (ECA) und die ETF fordern also die Ablehnung des Textentwurfs, es sei denn er wird modifiziert und im Sinne von mehr Flugsicherheit abgeändert.