Genk: Streit zwischen Kurden und Türken

In Genk in der Provinz Limburg ist am Dienstag ein 18 Jahre alter Jugendlicher in Untersuchungshaft genommen worden. Der zuständige Untersuchungsrichter ermittelt gegen den Mann, der zwei andere Jugendliche mit Messerstichen verletzt hatte.
Die Sint-Lodewijk-Schule in Genk

Die Querelen zwischen Kurden und Türken in Genk haben kurz nach der Ermordung von drei PKK-Aktivistinnen in Paris begonnen. Der Vorfall jetzt entstand, n ach dem der jüngere Bruder des Verhafteten von zwei türkischen Jugendlichen in der Schule verprügelt worden war.

Dies wiederum war die Folge einer aus dem Ruder gelaufenen Demonstration von Kurden am Wochenende in Genk. Die Genker Kurden reagierten damit auf einen Brandanschlag auf ihr Kulturzentrum in der limburgischen Industriestadt einige Tage zuvor. Doch diese Demo war von Türken angegriffen worden.

Daraufhin hatte der ältere Bruder des verprügelten kurdischen Schülers die beiden Täter in der Sint-Lodewijk-Schule in Genk zur Rede stellen wollen. Doch auch dieser Streit eskalierte und der Kurde zückte ein Messer, womit er seine Widersacher leicht verletzte. Einer der beiden musste kurz ins Krankenhaus.

Die Justiz in Genk ermittelt jetzt gegen den kurdischen Messerstecher. Dessen Vater, der bei dem Streit ebenfalls zugegen war, wurde wieder freigelassen. Am Mittwochabend treffen sich Vertreter der kurdischen und der türkischen Vereinigungen mit der Stadtverwaltung von Genk, um zu beraten, wie man weiteren Gewalttätigkeiten zwischen den beiden Einwanderergruppen vermeiden kann.