Königin Fabiola löst umstrittene Stiftung auf

Königin Fabiola hat sich dazu entschlossen, ihre heftig umstrittene Stiftung Fonds Pereos aufzulösen. Anfang Januar geriet die belgische Altkönigin in die Schlagzeilen, als bekannt wurde, dass sie mit dieser Stiftung ihr Erbe sicherstellen wollte. Durch den Aufbau der Stiftung hätten ihre Erben keine Erbschaftssteuer zu entrichten brauchen.

Die Anwälte von Altkönigin Fabiola teilten am Freitag mit, dass sie durch die Kontroverse um Pereos tief getroffen sei und dass sie nicht erwartet habe, wie viele negative Reaktionen diese Stiftung auslösen würde.

Sie ließ in einer Mitteilung, die die Anwälte abgaben, erkennen, dass sie lediglich das Erbe für ihr Patenkind und für andere Familienangehörige habe absichern wollen:

„Ich wünsche erneut Nachdruck auf die Aussage zu legen, dass ich meine Dotation jeden Jahr vollständig für die Ausgaben meines Haushaltes und für meine Unkosten, in erster Linie meine Repräsentationskosten, aufwende.“

Fabiola erkennt aber, dass sie mit den politischen Folgen ihrer Handlungen nicht ausreichend Rechnung getragen habe, denn eigentlich sei sie davon ausgegangen, dass dies „reine Privatsache“ sei: „Um die Einigkeit besorgt, nehme ich die Pflicht auf mich, von meiner Stiftung abzurücken, auch wenn mir dies schwer fällt.“

Kritik an den Statuten der Stiftung

Fabiola erntete viel Kritik für ihre Stiftung und zwar nicht zuletzt aus politischen und Regierungskreisen. Die 84jährige hatte die Stiftung Fonds Pereos gegründet, über die sie einen Teil ihres Erbes ihren Nichten und Neffen zukommen lassen wollte. Königin Fabiola und ihr verstorbener Ehemann, König Baudouin (kleines Foto), blieben kinderlos.

Das an sich war nicht das Problem, doch die Stiftung war so aufgebaut, dass ihre Erben dadurch den hohen Erbschaftssteuern entgehen konnten. Das brachte ihr Kritik von allen Parteien in Belgien ein. Der allgemeinen Ansicht nach haben Mitglieder des belgischen Königshauses eine besondere Vorbildfunktion, die damit verletzt wurde.

Die Kontroverse zum Erbe Fabiolas hatte die politischen Diskussionen um eine Anpassung der Gesetzgebung zu den staatlichen Dotationen für die belgischen Royals beschleunigt. Premierminister Elio Di Rupo (PS) kündigte an, dass die Dotationen für Altkönigin Fabiola dieses Jahr um 30 % gekürzt werden. Das bedeutet, dass sie 500.000 € wenig einnehmen wird und demnach in Zukunft „nur noch“ 922.000 € per Anno einstreichen kann.