Streit um De Wever-Buch

Die Vorstellung des neuen Buches von Bart De Wever, dem Vorsitzenden der flämischen Nationalisten N-VA, werde durch den Veranstalter der Brüsseler Buchmesse "zensiert", behauptet jedenfalls Le Cri, der französischsprachige Verlag des Buches von De Wever. Der Generalkommissar der Buchmesse widerlegt die Kritik und sagt, dass der Verlag das Anmeldeverfahren nicht korrekt befolgt habe.

Vor einigen Tagen hatte die französischsprachige Zeitung Le Soir gemeldet, dass der N-VA-Vorsitzende Bart De Wever zu Gast auf der Brüsseler Buchmesse sein werde. Diese findet vom 7. bis zum 11. März statt. De Wever wollte dort sein neues Buch "Derrière le miroir" ("Hinter dem Spiegel") vorstellen, eine Sammlung von übersetzten Kolumnen, die zuvor in den niederländischsprachigen Zeitungen De Morgen und De Standaard erschienen waren.

Dieser Auftritt wird jedoch nicht statt finden, weil der Verlag von De Wever das Anmeldeverfahren für die Büchermesse nicht korrekt eingehalten habe. Das sagt Ana Garcia, der Generalkommissar der Messe. "Wir haben ein Timing, das wir respektieren müssen und der Verlag Le Cri hat uns seine Unterlagen erst am 20. Januar eingereicht. Das war ein Zeitpunkt, zu dem alles schon hätte abgeschlossen sein müssen", so Garcia.

Beim Verlag Le Cri sind sie mit der Erklärung des Generalkommissars nicht einverstanden. "Ana Garcia will nur vermeiden, dass Bart De Wever der Star der Buchmesse ist. Das ist der Grund, warum sie uns ausschließen", sagt Christian Lutz von Le Cri. "Das ist doch Zensur, eine Eingrenzung des Rechts auf freie Meinungsäußerung", so Lutz noch.

Die Kritik prallt an Ana Garcia ab: "Ich bin es Leid, meine kostbare Zeit an einen Calimero zu verschwenden, der das Einschreibeverfahren nicht respektiert, während andere das sehr wohl machen."