Wirbelsturm über Ost- und Westflandern

Ein heftiger, aber schnell vorbeiziehender Sturm hat am Dienstagmorgen in Ost- und Westflandern gewütet. In Oosterzele wurden rund 50 Häuser beschädigt und der Katastrophenplan musste ausgerufen werden. Eine Windhose bzw. ein kleiner Tornado zog gegen 6 Uhr früh über die Gegend dort.

In Ost- und Westflandern hat ein kurzer, aber schwerer Sturm, großen Schaden angerichtet.

Verschiedenerorts ist sogar die Rede von einer Windhose oder einem Wirbelsturm. An mehreren Orten haben sich Dachziegel von den Häusern gelöst, Bäume wurden entwurzelt und sogar ganze Dächer abgedeckt.

In Oosterzele ist der Katastrophenplan ausgerufen worden. Dort wurden mehrere Dächer abgedeckt und eine Fußballtheke stürzte ein (kleines Foto). Der neue Gouverneur Jan Briers ist vor Ort, um den Schaden einschätzen zu können. "Ich wohne nicht weit von hier. Es ist unvorstellbar", so Briers.

"Man kann kaum glauben, dass es keine Verletzten gibt. Es sieht aus wie ein Schlachtfeld." Der Zivilschutz und die Feuerwehr verschiedener umliegender Gemeinden sind vor Ort.

Die VRT-Korrespondentin Trui De Maré berichtet, dass der Schaden sehr groß sei. Der Sturm war unweit des Ortskerns am schlimmsten. Von einem Neubau ist das Dach vollständig abgedeckt.

Der Sturm soll kaum eine Minute gedauert haben. Die Bewohner der beschädigten Häuser konnten sicher untergebracht werden. Zwei der Häuser sind auf jeden Fall unbewohnbar. Ein älterer Mann hat ein Stück seines Daches auf den Kopf bekommen, ist aber nicht verletzt worden. Die Busse der Nahverkehrsgesellschaft De Lijn fahren vorerst nicht in das Dorf Oosterzele.

Viel Schaden auch in Westflandern

Auch in Westflandern war der Sturm heftig. In Roeselare schlug der Blitz in das Gebäude eines lokalen Radionsenders ein.

Die Ausstrahlung der Rundfunksendung wurde unterbrochen. Die Steckdosen und der Internetanschluss sind aus den Wänden geflogen. Es ist kein Feuer ausgebrochen und es gab auch keine Verletzten.

In einer Straße in Oostrozebeke schlug der Blitz in einen Schornstein ein, aber der größte Schaden in West-Vlaanderen richtete der Sturm in Meulebeke an. Dort ist die Fassade einer Garage eingestürzt. Außerdem lösten sich Ziegel von den Dächern und sind ein Auto-Stellplatz und ein Treibhaus weggeblasen worden.

Auch andererorts wurden vereinzelt Sturmschäden gesichtet. Verletzte gibt es bislang keine.

Wettermann Deboosere über den Sturm

Der Sturm ist von Westen nach Osten gezogen. "An verschiedenen Orten müssen die Böen sehr stark gewesen sein", erklärt der VRT-Wettermann Frank Deboosere im Radio. "Wir wissen aus Erfahrung, dass wenn ein so schweres Unwetter vorbeizieht, die Böen sehr schnell 100 Stundenkilometer erreichen können. In Kombination mit viel Hagel und Blitz ist das etwas sehr ernsthaftes."