Straßburg: Randale durch Arcelor-Arbeiter

In der Umgebung des EU-Parlaments in Straßburg ist es am Mittwoch zu heftigen Zusammenstößen zwischen aufgebrachten Stahlarbeitern von ArcelorMittal und der französischen Polizei gekommen. Der Anlass ist die drohende Schließung von ArcelorMittal-Kaltstahlwerken im Lütticher Raum.
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Die Polizei hatte das Viertel um das Straßburger EU-Parlament abgeriegelt und die Demonstration der ArcelorMittal-Gewerkschaftler war zudem nicht genehmigt. Von Lüttich aus hatten sich knapp 1.000 Stahlarbeiter auf den Weg nach Straßburg gemacht, wo sie von deutschen, französischen und luxemburgischen Kollegen erwartet wurden.

Die Gewerkschaftler der Stahlarbeiter bei ArcelorMittal verlangen von der Europäischen Union, dass diese sich für sie einsetzt und die Stahlindustrie in Belgien und in der EU im Allgemeinen rettet. Doch eine Gruppe von Hitzköpfen versuchte, die Barrikaden um das Parlament zu durchbrechen und lieferte sich Straßenschlachten mit der Polizei. Am Mittwochnachmittag wurden mehrere Verletzte und der Gebrauch von Tränengas durch die Polizei.

Allerdings hatten andere Stahlarbeiter die Gelegenheit, in Gesprächen mit EU-Vertretern ihr Anliegen anzubringen. Nicht nur im Lütticher Stahlbecken stehen ArcelorMittal-Werke vor dem Aus, auch im Osten Frankreichs wurden vergangenes Jahr Standorte geschlossen. Die Stahlarbeiter fordern von der EU und ihren Mitgliedsstaaten, dass sie die Milliarden-Zuschüsse, die sie in den vergangenen Jahren geleistet haben, von ArcelorMittal zurückfordert, um damit Rekonversions-Projekte zu finanzieren oder um damit einzelne Standorte weiter betreiben zu können.

Der Konzern gab diese Woche bekannt, derzeit in Europa Milliardenverluste einzufahren.