"Wann bekomme ich meinen S-Max?"

Seit der Ankündigung der Schließung von Ford Genk für 2014 im letzten Jahr ist es immer wieder zu Produktionsunterbrechungen gekommen. Wenn nicht die eigenen Fordmitarbeiter in den Arbeitsausstand getreten sind, dann haben die Zulieferbetriebe gestreikt. Viele Ford-Kunden in Deutschland warten unterdessen auf ihr neues Auto und obwohl die meisten die Arbeiter durchaus verstehen, werden einige langsam ungeduldig. Flanderninfo.be hat mehrere Reaktionen gesammelt und zusammengefasst.

So schreibt Thomas G. aus Deutschland in einer Email an uns, dass er einer der vielen Kunden sei, der auf seinen S-Max warte. Er findet es schade, dass es keine offiziellen Informationen von Ford beziehungsweise von Fordhändlern zu den aktuellen Geschehnissen und zum Streik der Mitarbeiter im Ford Werk Genk gebe. Er stellte letzte Woche die Frage, ob die Absprache noch gelte, dass von den 7.000 fertig gebauten und blockierten Autos nur soviel das Werksgelände verlassen dürften wie 2013 produziert würden.

Diese Autos sind inzwischen frei gegeben und ausgeliefert worden (Red.!).

Auch Tommy E. aus Thüringen (Deutschland) möchte, dass wir einmal auf die Situation der Kunden hinweisen. Im September 2012 habe er bei einem deutschen Ford-Autohaus einen S-Max bestellt und sei deshalb sehr daran interessiert, die Details der Produktion sowie der Protestaktionen zu verfolgen und zu verstehen. Leider verschiebe sich durch die Proteste die Produktion des bestellten Autos immer weiter nach hinten.

Zwei weitere S-Max-Kunden hätten beim Autohaus bereits ihre Bestellung storniert, weil sie nicht mehr länger auf ein so teures Auto warten wollten, fährt Tommy fort. Sie kauften jetzt den VW Sharan, denn dort gebe es keine Produktionsschwierigkeiten.

Bei einem Kunden sei der Wagen wohl sogar schon lange gebaut, aber er stehe schon wochenlang auf dem Parkplatz im Werk Genk.

Als Ford-Kunde verstehe man inzwischen die Welt nicht mehr: In Europa (besonders bei Ford) herrsche eine Auto-Absatzkrise, immer weniger Fahrzeuge würden verkauft und wenn man dann doch ein (sogar recht teures) Auto kaufen wolle, bekomme man einfach keines. Diese Situation vertreibe die Kunden von Ford und mache die Lage der Menschen in Genk mittelfristig sicher nicht einfacher, schreibt Tommy am 25. Januar.

Er wolle sich noch für ca. vier Wochen gedulden und hoffe auf eine auskömmliche Lösung, welche den Mitarbeitern von Ford und dessen Zulieferern helfe.

Annette F. aus Baden-Württemberg ist besonders enttäuscht, dass auch sie so lange auf den von ihr seit September 2012 bestellten S-Max warten muss. Das schreibt sie uns am 23. Januar. Sie findet es Schade, dass die Leute von Ford Köln gar nichts täten. Ihre Briefe würden vom Kundenzentrum abgefangen und man werde von dort auch nur hingehalten.

Und Karl Z., ebenfalls aus Baden-Württemberg, gehöre wie er am 9. Januar berichtet, zu den jahrzentelangen treuen Fordfahrern. Er wartete wie viele andere auf seinen neuen S-Max und habe noch keine Informationen hierzu bekommen können.

Einige E-Mailschreiber meinen, dass sich die Leute in Genk mit den Streiks nichts Gutes täten, aber Verständnis für die Arbeiter in Genk bringen sie eigentlich alle irgendwie auf, so klingt zumindest der allgemeine Tenor.