Erzbischof Léonard: "Brillanter Papst"

Erzbischof André-Joseph Léonard war "einerseits überrascht und andererseits nicht überrascht", als er die Nachricht vom baldigen Rücktritt von Papst Benedikt XVI. hörte. "Benedikt war einer der brillantesten Päpste der letzten Jahrzehnte", sagte Léonard auf einer eiligst einberufenen Pressekonferenz. Premierminister Elio Di Rupo (PS) hat die Ankündigung von Papst Benedikts Rücktritt am 28. Februar als eine "persönliche Entscheidung" bezeichnet, die der Papst in einer völlig klaren, geistigen Verfassung getroffen habe. Kardinal Danneels ist der einzige belgische Kardinal, der am Konklave zur Wahl des Papstes teilnimmt.

"Ich war heute Morgen schon überrascht", reagierte der Erzbischof, "aber der Papst hatte auch zu verstehen gegeben, dass er zurücktreten werde, wenn er sich gesundheitlich nicht mehr imstande fühle, sein Amt fortzusetzen".

"Auf der Synode im Oktober war er uns geschwächt und müde vorgekommen", sagte Léonard.

Das Pontifikat bewertet der belgische Erzbischof als äußerst positiv: "Ich spüre Dankbarkeit für einen der brillantesten Päpste der letzten Jahrzehnte" und verweist auf drei Enzykliken, die er als "wichtig" bezeichnet und auf die Bücher, die er über das Leben von Jesus von Nazareth geschrieben hat, und die den belgischen Erzbischof besonders inspiriert haben.

Monseigneur Léonard unterstrich auch noch den Unterschied zwischen Benedikt XVI. und seinem Vorgänger Johannes Paulus II., der sich in der Menschenmenge wohl fühlte. Benedikt dagegen blühte in privaten Gesprächen auf.

Di Rupo: Papst trifft persönliche Entscheidung

Premierminister Elio Di Rupo (PS) hat die Ankündigung von Papst Benedikts Rücktritt am 28. Februar als eine "persönliche Entscheidung" bezeichnet, die der Papst in einer völlig klaren geistigen Verfassung getroffen habe.

Di Rupo, der als jüngster Sohn einer italienischen Gastarbeiterfamilie in Morlan-Welz in der Wallonie auf die Welt kam, sprach von einer "persönlichen Wahl, einer Entscheidung, die der Papst in einer völlig klaren, geistigen Verfassung getroffen habe.

"Die Gesundheit ist das höchste Gut. Wenn jemand nicht mehr in der Lage ist, sein Amt aus gesundheitlichen Gründen auszuüben, muss derjenige eine Entscheidung treffen. Das hat der Papst getan."

Auch Kardinal Danneels wählt Benedikts Nachfolger

Während des Konklaves sind alle Kardinäle stimmberechtigt, die am Todestag des Papstes oder am Tag, an dem der Heilige Stuhl als nicht besetzt gilt,  nicht älter als 80 Jare alt sind.

Weil Kardinal Danneels erst im Juni 80 Jahre alt wird, darf er also noch an der Wahl des Nachfolgers von Benedikt XVI. teilnehmen.

Auch bei der Wahl von Kardinal Ratzinger zum neuen Papst war Danneels stimmberechtigt.

Der belgische Erzbischof André-Joseph Leonard darf nicht wählen, da er kein Kardinal ist.