Schlossmord: U-Haft für den Schwiergervater

Im Fall des so genannten Schlossmordes ist der Schwiegervater des Opfers erneut inhaftiert worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft von Brügge ist er der Auftraggeber des Mordes an Stijn Saelens. Der mutmaßliche Täter, ein Niederländer, ist inzwischen einer schweren Krankheit erlegen.
Das Schloss in Wingene: Hier lebte das Opfer bis zu der Tat

Der Schwiegervater des am 31. Januar 2012 aus seinem Schloss in Wingene entführten und später, am 17. Februar 2012 tot aufgefundenen Immobilienhändlers Stijn Saelens war gemeinsam mit seinem Sohn schon einmal wegen des Verdachts der Mittäterschaft in Untersuchungshaft gewesen. Nach sechs Monaten U-Haft waren beide im September 2012 aber auf freien Fuß gesetzt worden. Die beiden blieben allerdings bis jetzt weiter verdächtig.

Am Donnerstagnachmittag ordnete der Ermittlungsrichter am Gericht von Brügge, den Schwiegervater des Opfers erneut zu inhaftieren. Neue Elemente in den Ermittlungen hatten offenbar zu diesem Schritt geführt. Die Staatsanwaltschaft wollte zunächst zu der neuerlichen Entwicklung im Schlossmord nichts sagen.

Die Ermittler verdächtigen den Schwiegervater des Opfers schon von Anfang an zumindest der Mittäterschaft. In einem Verhör hatte dieser angegeben, einem Freund den Auftrag gegeben zu haben, „Saelens eine Lektion zu erteilen“. Dies soll aber aus dem Ruder gelaufen sein. Lange blieb die Identität des Mörders im Unklaren, bis die Staatsanwaltschaft von Brügge vor drei Wochen bekannt gab, zu wissen, wer der Mann sei. Dabei soll es sich um einen niederländischen Staatsbürger gehandelt haben. Der Mann, offenbar ein einschlägig bekannter Krimineller, ist allerdings inzwischen an einer schweren Krankheit gestorben.

Die Ermittler fanden jetzt heraus, dass der mutmaßliche Täter und der Schwiegervater des Opfers in den drei Monaten vor der Tat intensiven Kontakt miteinander gepflegt haben. Bisher hatte der Schwiegervater von Saelens aber stets verneint, den Niederländer zu kennen. Stijn Saelens hatte offenbar vor, gemeinsam mit seiner Frau und den beiden gemeinsamen Kindern, in Australien ein neues Leben beginnen zu wollen. Doch weder die Ehefrau, noch deren Familie, waren damit einverstanden.