Die EU bittet Belgien um weitere Hilfe in Mali

Die Europäische Union hat Belgien offiziell darum gebeten, an der Europäischen Mission zur Ausbildung der Armee in Mali (European Training Mission in Mali - kurz EUTM) teilzunehmen. Catherine Ashton, die Hohe Vertreterin der EU für Auslands- und Sicherheitspolitik, richtete ein entsprechendes Schreiben an die belgischen Behörden.
Belgiens Außenminister Didier Reynders und die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton (Archivfoto).

Bisher ist Belgien an dem EUTM-Projekt zur Unterstützung Malis in militärischen Fragen noch nicht beteiligt. Die Europäische Union braucht für das Ausbildungsprogramm etwa 500 Mann, doch diese Mannschaftsstärke steht noch nicht.

Das Kernkabinett der belgischen Bundesregierung hat sich allerdings bereits prinzipiell dazu bereit erklärt, einen Beitrag zu dieser Mission zu leisten, allerdings erst nach Abschluss des französischen Militäreinsatzes gegen die islamistischen Rebellen im Norden Malis.

Bei seinem Besuch in der malischen Hauptstadt Bamako hatte Belgiens Außenminister Didier Reynders (MR) bereits durchblicken lassen, dass unser Land die beiden medizinisch ausgerüsteten Agusta-Hubschrauber, mit denen der französische Einsatz logistisch unterstützt wird, in Mali zu lassen und diese in das EUTM-Projekt einzubringen.

Catherine Ashton sucht nach Truppen, die die europäischen Ausbilder beschützen und unterstützen sollen. Die flämische Tageszeitung De Morgen zitiert diplomatische Quellen, die eine Nachfrage nach dem, was man im militärischen Jargon „force protection“ nennt belegen.

In diesem Rahmen sollen die bereits in Mali stationierten Notfall-Hubschrauber eine große Hilfe sein. Es sieht also danach aus, als ob eine Beteiligung Belgiens an der EUTM-Mission nach dem Ende des Konflikts im Norden Malis nur noch eine Formsache ist.

AP2013

Erste Intervention eines belgischen Hubschraubers

Aus Mali wird der erste Einsatz eines belgischen Agusta-Hubschraubers im Rahmen des französischen Kampfeinsatzes (Serval) gemeldet. Bisher hatten die beiden belgischen Helikopter nur Flüge technischer Natur oder zu Übungszwecken absolviert.

Wie der Einsatz des Hubschrauber ausgesehen hat, darüber hält sich das belgische Verteidigungsministerium mit Angaben zurück. Allerdings kann man davon ausgehen, dass der Hubschrauber einen verwundeten Soldaten transportiert hat - entweder einen Angehörigen der französischen Einsatztruppen, einen Soldaten der malischen Armee oder ein Mitglied der afrikanischen Einheiten der Misma.