Ein Viertel der Ex-Opelaner noch ohne Job

Von den fast 2.600 Beschäftigten des früheren Opel-Werks in Antwerpen haben noch immer etwa 650 zwei Jahre nach Schließung der Fabrik noch keinen neuen Arbeitsplatz gefunden. Beobachter raten Flanderns Landesarbeitsminister Philippe Muyters (N-VA) dazu, angesichts des ähnlichen zu erwartenden Szenarios 2014 bei Ford in Genk daraus Lehren zu ziehen.
Das frühere Opel-Montagewerk in Antwerpen

Rund 63 % der ehemaligen Opelaner aus Antwerpen haben inzwischen eine neue Beschäftigung finden können. Rund ein Viertel der ehemaligen Opel-Arbeiter sind noch immer ohne Job. Und 320 ihrer ehemaligen Kollegen tauchen nicht mehr in den Listen der Arbeitslosen auf.

Die Hälfte derer, die einen neuen Arbeitsplatz haben, gehören zur Altersklasse der 25 bis 49 Jahre alten Ex-Opelaner. 13 % von ihnen sind älter als 50 Jahre. Dies bedeutet für Kritiker der Aktivierungsmaßnahmen für die entlassenen Opel-Arbeiter, dass die Vorgehensweise im Bereich der älteren Belegschaftsmitglieder nicht wirklich gegriffen haben. Strukturell wird dieser Altersklasse bei der Suche nach einer neuen Beschäftigung im belgischen Bundesland Flandern demnach nur unzureichend geholfen, so der flämische Oppositions-Abgeordnete Ivan Sabbe von der populistischen LDD.

Sabbe appelliert an die flämische Landesregierung, auf Ebene der strukturellen Hilfe für ältere Arbeitslose über 50 Jahre aktiver zu werden. Er erinnert auch daran, dass es Ende 2014, wenn in Genk in der Provinz Limburg das Ford-Werk geschlossen wird, ähnliche Szenarien drohen. Limburg ist eine strukturschwächere Region, als die Provinz Antwerpen und bei Ford stehen mehr Jobs vor dem Aus, als damals bei Opel.

Auf jeden Fall, so Sabbe, müssen die Arbeitsuchenden flexibler werden und dazu bereit sein, weitere Wege zu einer neuen Arbeitsstelle zurücklegen zu wollen.