Warnstreiks bei Ford-Genk bis Donnerstag

Im Ford-Werk in Genk und bei den direkt angeschlossenen Zulieferunternehmen standen einmal mehr die Fließbänder still. Nach dem Nachrichten aus den Sozialverhandlungen über nach Ansicht der Mitarbeiter zu niedrige Kündigungsprämien nach außen gedrungen waren, legten die Arbeiter kurzzeitig die Arbeit nieder.

Die Unzufriedenheit beschränkt sich aber nicht nur auf die Arbeiter bei Ford. Am frühen Donnerstagabend verließen die Gewerkschaften sogar den Verhandlungstisch, an dem sie gemeinsam mit den Arbeitgebern den Sozialplan für die Schließung des Werks Ende 2014 besprachen.

Die Entlassungsprämien, die das Management von Ford der Belegschaft vorgeschlagen hatte, wurde von den Gewerkschaftlern als „lächerlich gering“ bezeichnet.

Es war die Rede von höchstens einem Zehntel dessen, was andere Autobauer bei Werksschließungen oder Umstrukturierungen ihrer Belegschaft anbieten.

Die Gewerkschaften haben das Management von Ford mit Nachdruck darauf hingewiesen, bei der nächsten Verhandlungsrunde am kommenden Donnerstag mit besseren Vorschlägen aufzuwarten. Bis dahin will die Belegschaft mit Warnstreiks immer wieder ihre Unzufriedenheit kundtun.

Nach einer Informationsversammlung am Freitagmorgen nahm die Frühschicht die Arbeit wieder auf und auch die Zulieferunternehmen nahmen ihre Just-in-Time-Lieferungen wieder auf.

Was legte Ford auf den Tisch?

Nach Angaben in der Freitagsausgabe der flämischen Tageszeitung De Morgen schlägt Ford vor, zusätzlich zu den gesetzlich vorgeschriebenen Zahlungen eine Treueprämie von 3.400 € für Beschäftigte mit weniger als 10 Jahren Betriebszugehörigkeit zu zahlen, 6.800 € für Bedienstete mit zwischen 10 und 19 Dienstjahren und 13.600 € für Kollegen, die 20 Jahre oder länger für den Autobauer tätig sind. Dazu soll noch ein „golden handshake“ von 900 € pro Dienstjahr kommen.

Ford schlug auch vor, ab dem 1. Juni 2013 nur noch mit einer Schicht pro Tag zu arbeiten. Damit könnten bis dahin schon 1.000 Mitarbeiter das Werk verlassen. Mit diesem Vorschlag haben die Gewerkschaften allerdings kein Problem und gingen darauf ein.