Der Fleischskandal berührt die Belgier kaum

Seit dem Bekanntwerden des Pferdefleischskandals, der sich über ganz Europa ausweitet, ist der Fleischkonsum in Belgien nicht zurückgegangen, wie die Fleischerei-Verbände melden. Dennoch ist der Sektor in unserem Land sehr besorgt.

Die Beunruhigung betrifft in erster Linie die Möglichkeit, dass versucht wurde, Fleisch von Sportpferden in den Lebensmittelkreislauf zu infiltrieren. Ein Pferd, dass als Sportpferd registriert ist, darf offiziell stärkere Medikamente verabreicht bekommen, als andere Nutzpferde. Diese Medikamente haben gefährliche Nebenwirkungen für den Menschen und deshalb ist Fleisch von Sportpferden für den Verzehr nicht freigegeben – nicht nur in Belgien.

Inzwischen hat JBS Toledo, die belgische Filiale des brasilianischen fleischverarbeitenden Unternehmens JBS, angekündigt, vorläufig kein Rundfleisch mehr aus Europa zu verarbeiten, bzw. in den Handel zu bringen. Der Boykott gilt so lange, bis die Fleischprodukte aus Europa wieder einwandfrei sind. Diese Entscheidung sorgt dafür, dass die belgische Produktionsniederlassung in Sint-Denijs-Westrem (Provinz Ostflandern) zeitweise leichte Verluste hinnehmen muss. Nach Angaben von JBS hat allerdings bisher noch kein Kunde von Aufträgen des Unternehmens Abstand genommen.

Die belgische Filialen des Discounters Lidl haben das Fertiggericht Penne Bolognese der Marke Combino aus den Regalen genommen. Bei Lidl-internen Untersuchungen wurden Spuren von Pferdefleisch in den Produkten entdeckt. Lidl nahm auch in Schweden, Dänemark und Finnland Fertiggerichte aus dem Handel. Und auch der schweizerische Lebensmittelkonzern Nestlé zieht einige Ravioli- und Tortellini-Gerichte aus Supermärkten in Spanien und Italien ab.