Ex-Fortis-Spitze soll sich vor Gericht verantworten

Sieben ehemalige führende Köpfe der Fortis-Bank müssen sich möglicherweise vor Gericht verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, ihre Anleger im Zuge der Übernahme von Geschäftsbereichen durch die niederländische ABN Amro über den wahren Wert des Geldinstituts getäuscht zu haben.

Die Brüsseler Staatsanwaltschaft will sieben ehemalige Mitglieder des Verwaltungsrats, bzw. Manager der ehemaligen Fortis Bank vor Gericht stellen. Die Betroffenen werden an das Brüsseler Strafgericht verwiesen.

Ihnen wird vorgeworfen, ihre Anleger während der Übernahme von einigen Geschäftsfeldern durch die niederländische ABN Amro Bank getäuscht zu haben. Sie sollen über den wahren Wert des Geldinstituts durch Falschinformationen im Unklaren gehalten worden sein.

Aus Ermittlungsgründen wurden die Namen der sieben betroffenen Bankchefs nicht freigegeben. Doch gleich zwei der Betroffenen meldeten sich selbst per Pressemitteilung zu Wort: Der Ex-Verwaltungsrats-Vorsitzende Maurice Lippens und der frühere CEO von Fortis, der französische Banker Jean-Paul Votron. Beide erklärten, jeweils nur im Auftrag des anderen gehandelt zu haben und beteuerten ihre Unschuld. Beide reden übrigens seit Beginn der Vorfällen kein Wort mehr mit einander.

Die Staatsanwaltschaft von Brüssel wirft der früheren Fortis-Führung unter anderem „schwerste Fehler und Versäumnisse“ vor. Nach Ansicht der Staatsanwälte tragen die ehemaligen Fortis-Verwalter und -Bosse selbst die Verantwortung für den Niedergang der Bank.

Die Vertreter der geprellten Anlegerverbände zeigten sich am Mittwoch hoch erfreut über die Entwicklung der Ereignisse. Sie können im Zuge des Verfahrens riesige Entschädigungen einfordern, denn den Bankern drohen nicht nur relativ kurze Haftstrafen, sondern auch empfindliche Schadensclaims.