Wandte Antwerpener Polizei unnötig Gewalt an?

Überwachungsbilder aus einer Polizeizelle, die die VRT-Redaktion "Panorama" in die Hände bekommen hat, zeigen, wie gegen einen verhafteten Mann Anfang 2010 durch ein Sonderteam der Antwerpener Polizei hart vorgegangen wird. Der Mann starb später an inneren Blutungen. "Panorama" rekonstruierte die Situation dieses fatalen Tages. An diesem Donnerstagabend läuft die Reportage um 21.35 Uhr auf Canvas.

Der 26-jährige Mann wurde im Januar 2010 auf einer vielbefahrenen Kreuzung verhaftet, weil er sich sehr eigenartig verhalten hatte. Er wurde zu einer Polizeistation in Mortsel gebracht. Der Mann schien Amphetamine genommen zu haben. Die Staatsanwaltschaft entschied auf der Grundlage eines Gutachtens eines Hausarztes, dass er in eine Psychiatrie gebracht werden müsse. Besagte Psychiatrie weigerte sich zwei Mal, den Mann aufzunehmen. Dadurch landete der Mann wieder in eine Polizeizelle.

Die Justiz entschied daraufhin, dass der Mann eine Beruhigungsspritze bekommen sollte. Die Polizei in Mortsel schaltete hierfür ein Sonderhilfsteam der Antwerpener Polizei ein. Danach ging einiges schief. Die Überwachungsbilder aus der Zelle, die "Panorama" bekommen und in ihrer Reportage verarbeitet hat, zeigen, wie das Team aus etwa sechs Männern in die Zelle geht und den Mann versucht, zu überwältigen. Dabei gehen die Beamte ziemlich hart vor. Einer der Beamte schlägt den Mann auch.

Der Mann erlag schließlich in seiner Zelle den inneren Verletzungen. "Panorama" hat Bilder, auf denen zu sehen ist, wie schwer der Körper des Mannes zugerichtet worden ist und dass dieser überall blaue Flecken aufweist. In Kürze soll entschieden werden, wer sich hierfür vor einem Gericht verantworten muss.

"Panorama" rekonstruierte diesen fatalen Morgen und lässt mehrere Betroffene und Fachleute sprechen. Dem Anwalt der Familie des Opfers zufolge sei die Polizei zu gewaltsam gegen den Mann vorgegangen. Er beschreibt das Sonderteam als "die Rambos der Antwerpener Polizei".

Auch Experten sprechen von unnötiger Gewalt der Polizei. Die Polizei verteidigt ihr Vorgehen jedoch und sagt, sie habe mit der nötigen Vorsorge und Vorsicht gehandelt.