EU sagt Belgien Defizit von 0,3% voraus

Die belgische Wirtschaft wird 2013 um 0,2 Prozent wachsen. Ohne zusätzliche Maßnahmen werde das Haushaltsdefizit von Belgien in diesem Jahr 3,0 Prozent betragen. Das geht am Freitag aus neuen Wirtschaftsprognosen der Europäischen Kommission hervor.

Wie schon das Planungsbüro rechnet auch die EU-Kommission mit einem Wirtschaftswachstum in Belgien von nur 0,2 Prozent. Das ist trotzdem noch besser als der Durchschnitt in der Eurozone.

Die Wirtschaft der Euroländer wird in diesem Jahr voraussichtlich um 0,3 Prozent schrumpfen. Für 2014 sagt die Kommission ein Wachstum von 1,5 Prozent für Belgien und 1,4 Prozent für die Eurozone voraus.

Ohne zusätzliche Maßnahmen werde das belgische Haushaltsdefizit in diesem Jahr anstelle der geplanten 2,15 Prozent auf 3,0 Prozent anwachsen. 

Im Falle von Untätigkeit der Politik prophezeit die Kommission für das nächste Jahr ein Defizit von 3,2 Prozent.

"Nationalbank: "Wachstumpotenzial der belgischen Wirtschaft muss gestärkt werden"

Zuvor hatte auch schon die belgische Nationalbank in ihrem Jahresbericht 2012, der am Freitag veröffentlicht wurde, gewarnt: "Es ist wichtig, das Wachstumpotenzial der belgischen Wirtschaft zu stärken."

Die Nationalbank will, dass Maßnahmen auf dem Arbeitsmarkt, im Bereich des Wettbewerbs, der Innovation, des Unternehmertums und bei der Produktivität genommen würden. Dies seien wichtige Punkte in einer "offenen Wirtschaft", wobei auch der Lohnunterschied erörtert werden müsse.

Unterdessen hat Vizepremier Laurette Onkelinx (PS) den Gouverneur der Nationalbank, Luc Coene, in der Zeitung De Morgen scharf kritisiert. Belgien könne sein Haushaltsdefizit bis 2015 nicht abbauen.

"Wir werden die Staatsschuld sicher nicht weiter anwachsen lassen, aber die Wirtschaftslage hat sich nun einmal total verändert: Ich will keine soziale Katastrophe und ich will unsere Wirtschaft nicht kaputt machen und ersticken. Unsere Haushaltslinie entspricht nicht mehr der Wirklichkeit."