Electrabel: Keine Dividende für die Kommunen

Der belgische Energiemulti Electrabel hat die Notbremse gezogen und kündigte an, dass sein Tochterunternehmen Electrabel Customer Solutions (ECS) in diesem Jahr den Aktionären keine Dividende auszahlen wird. Die belgischen Städte, Gemeinden und Kommunalverbände sind die wichtigsten Anteilseigner bei ECS. Diese Nullrunde sorgt für weitere Löcher in den kommunalen Haushalten.

Electrabel Customer Solutions (ECS) begründen das diesjährige Aussetzen der Auszahlung der Dividenden mit den Auswirkungen einiger Maßnahmen der belgischen Bundesregierung, sprich das zeitweilige Einfrieren der Obergrenzen für die Strom- und Gaspreise und mit der Tatsache, dass im vergangenen Jahr viele langjährige Kunden den Energieanbieter aus Tarifgründen gewechselt haben.

Alles in allem hat Electrabel 2012 ein Minus von 162 Mio. € eingefahren. Städte und Gemeinden, bzw. kleinere Kommunalverbände, müssen durch die Nullrunde bei Electrabel und ECS in Haushaltsfragen in diesem Jahr den Gürtel einmal mehr enger schnallen. Noch im vergangenen Jahr schüttete ECS alleine auf kommunaler Ebene eine Dividende von über 50 Mio. € aus.

Im vergangenen Jahr mussten die Kommunen in Belgien schon bittere Kröten schlucken, als die Dexia-Bank zusammenbrach. Damals gehörten nicht wenige Städte und Gemeinden in Belgien zu den Aktionären der Bank. Infolge dessen musste auch die Gemeindeholding, ein Interessenverband von Kommunen und Provinzen in Finanzangelegenheiten, abgewickelt werden, wodurch viel Geld und viele Kredite wegfielen.