Rekord: 1.600 km Stau um 8 Uhr am Morgen…

Es war wohl die problematischste morgendliche Stoßzeit des gesamten Winters. Trotz Warnungen am gesamten Vortag haben sich am Dienstagmorgen viele Autofahrer auf den Weg zur Arbeit begeben. Die Folge: Schon am Morgen um 8 Uhr meldeten die Verkehrsbehörden 1.600 km Stau im ganz Belgien.

Seit Montagabend waren alle 315 Streu- und Räumfahrzeuge der regionalen flämischen Straßenverwaltung unterwegs und bis zum frühen streuten sie gut und gerne 3.000 Tonnen Salz auf die Straßen und Autobahnen. Doch der heftige Schneefall sorgte dafür, dass der Verkehr fast überall zusammenbrach. Die Folge: Gegen 8 Uhr am Morgen meldete die Verkehrswacht Touring Mobilis 1.600 km Stau und damit wurde einmal mehr ein Rekord gebrochen. Am 3. Februar meldete Touring zwischen 1.200 und 1.300 km Stau nach einem Wintereinbruch…

Allerdings soll nur etwa 500 km Stau wirklich stehender Verkehr gewesen sein. Die restlichen Probleme waren zähfließender Verkehr durch problematische Straßenverhältnisse oder durch langsames Fahren wegen schlechter Sicht. Fakt ist: Es war an vielen Stellen auf den Autobahnen und auf den Haupt- und Nebenstraßen sehr glatt und es wurden mehrere Unfälle gemeldet. Das waren allerdings zumeist nur Rutschpartien mit Blechschäden als Folge.

Das flämische Verkehrszentrum, die belgische Verkehrswacht Touring Mobilis und die Polizei raten den Autofahrern davon ab, unwichtige Fahrten zu unternehmen. Allerdings boten und bieten die öffentlichen Verkehrsmittel nicht überall eine passende Alternative. Landab und landauf standen auch die Busse im Stau oder fuhren gar nicht erst aus.

Züge und Straßenbahnen litten unter vereisten Weichen oder Oberleitungen. Verspätungen vor allem im Bahnverkehr waren die natürliche Folge davon. Im Laufe des Vormittags brach der Bahnverkehr in weiten Teilen Belgiens völlig zusammen, denn die Schneeverwehungen sorgten für enorme Probleme. Am späten Dienstagvormittag waren 9 von 10 Zügen, die Brüssel anliefen, zuspät oder ausgefallen. Zeitweise brach der Bahnverkehr im Tunnel der Brüsseler Nord-Süd-Verbindung völlig zusammen - allerdings, oder glücklicherweise, erst nach der Stoßzeit.

Wer das Flugzeug nehmen musste und es zeitig zum Brüsseler Nationalflughafen von Zaventem schaffte, der hatte keine großen Probleme. Die Flughafenbehörden meldeten am Dienstagmorgen, dass die Flugpläne weitgehend eingehalten werden können. Doch Probleme entstanden im Laufe des Tages durch die Wetterumstände an den nord- oder westeuropäischen Zielflughäfen.