Sierre: Gedenktafel ohne die Namen der Fahrer

Eltern einiger Kinder, die bei dem Busunfall in Sierre im März 2012 ihr Leben verloren hatten, haben jetzt dafür gesorgt, dass die Namen der beiden Busfahrer von der Gedenktafel in der Nähe des Unfallortes in der Schweiz entfernt werden. Die Unfallursache ist immer noch nicht eindeutig geklärt und einige halten die Fahrer für die Schuldigen.

Die Gedenktafel, die an das Drama von 13. März 2012 erinnert, als ein belgischer Reisebus in einem Tunnel an der schweizerischen Autobahn A9 durch das Rhone-Tal von der Fahrbahn abkam und gegen die Mauer prallte und 28 Personen, darunter 22 Schulkinder ums Leben kamen, ist in diesen Tagen erneuert worden.

Einige der Eltern ums Leben gekommener Kinder hatten Probleme damit, dass die Namen der beiden Busfahrer neben denen der anderen Unfallopfer auf dieser Tafel stehen. Zuerst wurden die Namen zugeklebt, doch mittlerweile ziert ein neuer Gedenkstein die Stätte der Erinnerung.

Der Unfallhergang ist noch immer – ein Jahr danach – nicht geklärt. Die zuständige Staatsanwaltschaft in der Schweiz wartet noch auf zwei medizinische Gutachten zu dem Busfahrer, der bei dem Unfall al Steuer des Fahrzeugs gesessen hatte. Dabei geht es um die Frage, ob der Mann Herzkrank war und ob er entsprechende Medikamente oder ein Antidepressivum zu sich genommen hat, die zu einer Beeinträchtigung seiner Fahrfähigkeit geführt haben könnten.

Auf jeden Fall halten einige Eltern den Busfahrer mit Nachdruck für den Schuldigen. Doch dies stößt in ihrer belgischen Heimat nicht auf ungeteilte Zustimmung. Der Bürgermeister der flämisch-limburgischen Stadt Lommel, Peter Van Velthoven (SP.A), ist nicht unbedingt der Ansicht, dass man Schuldige oder Sündenböcke für dieses Drama suchen sollte. Auch Schulkinder einer Schule aus seiner Stadt waren vor einem Jahr in Sierre ums Leben gekommen.