Erstligist Beerschot AC braucht Gläubigerschutz

Der hochverschuldete belgische Erstligaverein Beerschot AC aus Antwerpen ist nicht nur sportlich in Schieflage geraten, sondern definitiv auch finanziell. Jetzt droht neben dem Abstieg noch eine Insolvenz. Die Vereinsführung hat jetzt beim Handelsgericht Antwerpen Gläubigerschutz beantragt.

Falls die Richter am Handelsgericht der Scheldemetropole dem Antrag des Traditionsclubs zustimmen, kann erst einmal ein halbes Jahr lang weitergemacht werden und der Verein braucht nicht auf Forderungen von Gläubigern und entsprechenden einstweiligen Verfügungen einzugehen.

Vereinsboss Patrick Vannoppen bestätigte den Antrag gegenüber verschiedenen flämischen Medien, wollte aber nicht näher darauf eingehen. Trainer Jacky Mathijssen geht davon aus, dass sein Verein die finanzielle und sportliche Talfahrt überstehen werde: „Viele Unternehmen, denen Gläubigerschutz gewährt wurde, kamen später wieder auf die Beine. Zusammen mit der Mannschaft konzentriere ich mich auf das Sportliche. Mehr kann ich nicht tun.“

Die Lizenzkommission des belgischen Fußballverbandes gab zu verstehen, dass ein gerichtliches Abkommen mit dem Verein einer Lizenz für die kommende Saison im Wege stehen würde. Die Frage ist ohnehin, ob es eine Lizenz für die erste oder die zweite Liga werden würde. Beerschot ist ein Spieltag vor dem Ende der regulären Spielzeit in der Jupiler-Liga schon für die Relegationsrunde im Play Off III „qualifiziert“. Nach dem Abstieg von Antwerp FC hätte die zweitgrößte Stadt des Landes keine Fußballmannschaft in der ersten Liga, wenn auch Beerschot den Kopf nicht mehr aus der Schlinge ziehen kann.

Clubchef Vannoppen hat derzeit Probleme mit einer deutschen Investitionsgesellschaft. Advancesport aus Köln wollte Beerschot AC Geld leihen. Vannoppen forderte 3Mio. €, bekam aber nur 300.000 € mit einem hohen Zinssatz geboten und auch nur mit einer Garantie von 30 % der Beerschot-Anteile. Advancesport hat Beerschot schon einmal 3,3 Mio € geliehen – Geld, das noch nicht zurückgezahlt wurde - und würde den Verein gerne übernehmen, aber nur, wenn Patrick Vannoppen geht. Der aber besitzt fast 100 % der Aktien und hat somit alleinige Verfügungsgewalt.