Stimmen aus Belgien zur Papst-Wahl

Die recht schnelle Wahl eines neuen Papstes in Rom wurde auch von den Katholiken in Belgien mit Freude aufgenommen. Die Erwartungen an den aus Argentinien stammenden Papst sind auch in unserem Land sehr hoch. Dass er nicht aus Europa kommt, wird hier sehr positiv bewertet.

André-Joseph Léonard  (kleines Foto), Erzbischof von Mechelen und Brüssel und Primas der Katholischen Kirche in Belgien, zeigte sich erfreut darüber, dass der Papst so schnell gewählt wurde. Auch die Tatsache, dass Kardinal Jorge Mario Bergoglio aus Argentinien und nicht aus Europa kommt, stimmt ihn positiv: „Eine interessante Wahl. Latein-Amerika ist ein wichtiger Kontinent.“ Allerdings musste Léonard auch zugeben, vorher von Kardinal Bergoglio noch nie gehört zu haben.

Belgiens sozialistischer Premierminister Elio Di Rupo (PS), genau wie der neue Papst Franziskus I. Sohn italienischer Einwanderer, übersendete im Namen der belgischen Bundesregierung die besten Wünsche nach Rom zum Vatikan. In einer Pressemitteilung des Kabinetts des Premiers hieß es aber auch: „Die Aufgabe des neuen Papstes müsse sein, auf die Erwartungen und Hoffnungen der Katholiken auf der ganzen Welt einzugehen, gerade jetzt, wo wir in einer Gesellschaft leben, die im Wandel sei.

Der belgische Kirchenhistoriker Jürgen Mettepenningen, der frühere Pressesprecher von Ex-Erzbischof Kardinal Godfried Danneels, hofft, dass Franziskus I. kein „Zwischenpapst“ wird und hegt gegenüber der flämischen Tageszeitung De Morgen die Hoffnung, dass er die Kirche wieder zu ihrer eigentlichen Essenz findet: „Er lässt mich ein wenig an Johannes XXIII. denken. Alle dachten damals, dass der 77jährige ein Zwischenpapst werden würde, bis er das Konzil einberief, um die Kirche auf die Bedürfnisse der Zeit abzustimmen. Ich hoffe, dass dieser Papst den gleichen Weg einschlagen wird.“

Für die Europäische Union meldeten sich der Kommissionsvorsitzende José-Manuel Barroso und EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy mit einer Presseerklärung zu Wort: „Ein langes und gesegnetes Pontifikat wird Seiner Heiligkeit hoffentlich ermöglichen, die fundamentalen Werte des Friedens, der Solidarität und der Menschenwürde zu fördern und zu verteidigen.“

Flanderns christdemokratischer Ministerpräsident Kris Peeters (CD&V) hofft, dass er „ein Gleichgewicht zwischen der Tradition und den heutigen gesellschaftlichen Herausforderungen findet.“