Apotheker können alle Medikamentenkäufe von Patienten sehen

Apotheker werden schon bald Einsicht in all Arzneimittel bekommen, die ein Patient nimmt, ungeachtet dessen, in welcher Apotheke dieser seine Medikamente gekauft hat. Das wird über eine so genannte "gemeinsame pharmazeutische Akte" erfolgen, die über das Krankenversicherungskärtchen, also die SIS-Karte, konsultiert werden kann. Der allgemeine Pharmaverband hat hierüber eine Einigung erzielt, schreiben die Zeitungen von Sudpresse.

Ziel der Maßnahme ist, Missbrauch zu vermeiden und eine bessere Abstimmung der Medikamente bei Einnahme verschiedener Arzneimittel, also Wechselwirkungen verschiedener Medikamente aufeinander zu verhindern.

Über die gemeinsame pharmazeutische Akte können Apotheker sehen, welsche Medikamente ihre Kunden egal in welcher Apotheke in Belgien gekauft haben. "Auf diese Weise sehen wir, wer was woanders gekauft hat und können den Patienten besser informieren (...) Wechselwirkungen bestimmter Medikamente, die gefährlich sein können, können somit vermieden werden", erklärt Charles Ronlez von der APB in der Zeitung. Er weist auch auf den Kampf gegen Missbrauch hin, zum Beispiel auf die Benutzung falscher Rezepte und auf den illegalen Handel mit Arzneimitteln.