Depardieu: "Hier fehlt es an einer guten Bäckerei"

Der französische Schauspieler Gérard Depardieu, der vor kurzem seinen Wohnsitz von Frankreich nach Belgien verlegt hat - er hat ein Haus in Néchin im Hennegau gekauft - hat seine erste Pressekonferenz seit seinem Umzug gegeben. Er betonte, dass er sich schon gut in dem belgischen Dorf eingelebt habe und auch schon einige kleine Gewohnheiten dort pflege.

Gérard Depardieu will es allen beweisen: Ja, er wohne in Néchin, sagt er in einem TV-Interview gegenüber dem Regionalsender notélé: "Ich komme oft, vor allem Samstags und Sonntags, um meinen Freund, den Metzger Marc, zu besuchen."

Er betont zudem, dass die Leute in Néchin sympatisch seien. Er habe, entgegen vieler Gerüchte, sehr wohl ein Haus in Belgien gekauft und versuche gerade seines in Paris zu verkaufen.

Er habe eine Holding in Belgien gegründet, die ihm erlaube, auch etwas in Paris zu kaufen und dorthin zu gehen. "Ich bleibe zwar Franzose, aber die Franzosen tun mit Leid, denn sie befinden sich in einer schwierigen Situation."

50 % seiner Einkünfte und 33 % seiner Dividenden fließen an den belgischen Staat, bestätigt er, bevor er Frankreich einen Mangel an Energie vorwirft. "Frankreich ist traurig", so Depardieu. "Den Franzosen fehlt es an Überzeugung", sagt er und: "Ich habe den Eindruck, dass sie (unter anderen die französischen Politiker, Red.!) ihren Job nicht können."

Auf die Frage, ob Depardieu oft in Beligen sein werde, antwortet er. "Ja, natürlich." Allerdings sei er in diesem Jahr wegen zahrleicher Drehs auch häufig im Ausland. Sowieso habe er sich seit 10 Jahren mehr als sieben Monate im Jahr außerhalb Frankreichs aufgehalten.

Ob er auch hier in Belgien investiere und die Wirtschaft ankurbeln wolle, will der Journalist noch wissen. Depardieu überlegt nicht lange: "Ja klar, ein Restaurant natürlich, um so zu essen, wie ich gerne esse, also Fleisch, das wirklich zart ist und weil das hier ein Ort der Zusammenkunft ist."

Aber er sei nicht hier, um Geld zu scheffeln. Auch in Frankreich habe er Weinberge und Restaurants, ein Fischgeschäft, die weiter bestehen bleiben und die dort geführt würden.

"Hier werde ich das machen, was ich mag, zum Beispiel Brot." In Belgien fehle es an einer guten Bäckerei. Beim belgischen Brot, gebe es noch Verbesserungsmöglichkeiten. Ja, eine gute Boulangerie in Néchin, darin würde Depardieu gerne investieren.