Rekordzahl Belgier auf Tafeln angewiesen

Noch nie zuvor war die Zahl der Belgier, die das Angebot der Tafeln (in Belgien heißt die Initiative Nahrungsmittelbank) nutzen, so hoch. Das schreibt die Zeitung Het Nieuwsblad am Sonntag. Auffallend ist, dass vor allem Rentner dort ihr Essen holen. Auch in anderen Ländern Europas reichen die Einkünfte der Menschen wegen der Wirtschaftskrise nicht mehr aus, um sich ausreichend mit Lebensmitteln zu versorgen.

Letztes Jahr sahen sich 121.000 Menschen in Belgien gezwungen, bei den Tafeln Lebensmittel zu besorgen. Das das sind  60 bis 70 Prozent der gesamten Essensfürsorge, die über rund 600 Verbände läuft.

"Ein trauriger Rekord", betont der Direktor Alfons De
Vadder. "Es sind 4.500 mehr als ein Jahr zuvor und gleichzeitig ist es die stärkste Zunahme seit Beginn der Krise im Jahr 2008".

Auffallend ist der Zustrom der Rentner. Noch vor fünf oder sechs Jahren habe man dort kaum Rentner gesehenen, aber jetzt reiche ihre kleine Rente nicht mehr aus und sie kämen nur schwer am Ende des Monats über die Runden. "Alles wird teurer, aber ihre Renten steigen nicht schnell genug in gleichem Maße an."

Auch in anderen Ländern Europas führt die Krise dazu, dass sich die Menschen gezwungen sehen, soziale Hilfseinrichtungen aufzusuchen. "Seit 1945 haben wir in Europa nicht mehr so viel Essen austeilen müssen wie heute." Das sagt Yves Daccord vom Europäischen Roten Kreuz. "Zum ersten Mal müssen sich unsere Organisationen in mehereren Ländern eher auf Hilfe im Inland konzentrieren als auf Auslandsprojekte." So seien 3 Millionen Spanier auf Nahrungsmittelbanken angewiesen.