Umstrukturierung der Botschaften in Sicht

Aufgrund einer Bedarfsanalyse für den diplomatischen Dienst und der veränderten geopolitischen Lage hat der belgische Außenminister Didier Reynders (MR) eine tiefgreifende Umstrukturierung des diplomatischen Dienstes im Ausland angekündigt. Reynders plant darüber hinaus Einsparungen. Abgebildet ist die belgische Botschaft in Berlin.

Die Umstrukturierung beruht auf einer genauen Analyse der belgischen Interessen in dem jeweiligen Land. Vier Kriterien - Politik, Wirtschaft, Interessen des auswärtigen Amtes und Entwicklungszusammenarbeit - haben dabei eine Rolle gespielt.

Weil der Außenminister einer Zusammenarbeit mit den Niederlanden nicht abgeneigt ist, wird auch diese Form der Kostenreduzierung untersucht: "Belgien ist traditionell gut in Afrika vertreten, während die Niederlanden mehr Botschaften im südamerikanischen Raum betreiben. Wir wollen diese Komplementarität nutzen."

Die Niederlanden werden beispielsweise die Dienstes ihres auswärtigen Amts im Neubau des belgischen Konsulats in Kinshasa unterbringen. Gleichzeitig eröffnet Belgien eine Vertretung in der niederländischen Botschaft in Caracas (Venezuela).

Die Botschaftsvertretung in Malta wird geschlossen. Dort bleibt allerdings ein Ehrenkonsul im Amt.

In Paris werden die belgische Botschaftsdienste in Frankreich, bei der Unesco und der OECD in einem Gebäude untergebracht.

In Marokko schließt Belgien das Konsulat in Tanger. In der Hauptstadt von Kamerun wird die belgische Vertretung zu einer vollwertigen Botschaft umgebaut.

Auch in Asien verstärkt das belgische Außenministerium seine diplomatischen Dienste, u. a. im Süden von Indien und in Myanmar.