Krippen-Angreifer ist schuldig und muss ins Gefängnis

Der Prozess gegen den Krippenangreifer Kim De Gelder, der sich wegen vier Morden, darunter zwei Babys einer Kinderkrippe und 25 Mordversuchen vor einem Gericht in Gent verantworten muss, ist am heutigen Freitag nach vier schweren Wochen in die Schlussrunde gegangen. Die Geschworenen haben sich überraschend schnell über die Schuld des Angeklagten beraten und eine Antwort auf die 109 Fragen gegeben, die sie vorelegt bekamen. Kim De Gelder ist zurechnungsfähig und damit des 4-fachen Mordes für schuldig befunden worden.

Die Taten räumte der Beschuldigte weitgehend ein. Fragen stellten sich hingegen zu seiner Schuldfähigkeit, über die die Geschworenen zunächst entscheiden mussten.

Der 24-Jährige ist nicht geisteskrank und deshalb schuldfähig, haben die Geschworenen geurteilt. Die Verteidigung hält De Gelder für schizophren und für nicht zurechnungsfähig und wollte den Angeklagten in eine geschlossene Anstalt einweisen lassen. Die Geschworenen sehen das jedoch anders. Sie haben den Angeklagten in allen Punkten für schuldig befunden. De Gelder habe seine Taten geplant, sagen sie und müsse bestraft werden.

Die Angehörigen der Opfer atmeten nach dem Urteilsspruch auf. Sie reagierten erleichtert.

Bei dem Amoklauf im Januar 2009 hatte der Angeklagte in einer Kindertagesstätte in Dendermonde (Ostflandern) mit einem Messer um sich gestochen. Zwei Babys und eine Betreuerin starben. Eine Woche zuvor hatte der Angeklaget bereits eine Rentnerin in deren Wohnung in Vrasene (Ostflandern) mit mehreren Messerstichen getötet.

Da die Geschworenen die Frage der Schuldfähigkeit bejaht haben, muss jetzt noch über das Strafmaß entschieden werden. Die Urteilsverkündung wird also eventuell an einem späteren Tag als dem heutigen Freitag fortgesetzt.

Derzeit sitzt der Gefangene in der Haft in Oudenaarde. Theoretisch könnte er aber auch noch verlegt werden.