Steuersünder legen massenweise Schwarzgeld offen

824 Akten von Steuersündern in Belgien, die ihr Schwarzgeld offenlegen, liegen bereits in diesem Jahr auf dem Tisch. Diese Zahl ist jetzt schon drei Mal höher als die 226 Akten der ersten drei Monate von 2012. Insgesamt wurde 2013 bereits eine Summe in Höhe von 155 Millionen Euro von bislang nicht gemeldetem Vermögen offengelegt. Das schreibt die Zeitung De Tijd und beruft sich dabei auf Zahlen aus dem Finanzamt.

Seit Dezember 2005 hat unser Land ein permanentes System, bei dem reuige Steuersünder ihr bis dahin nicht gemeldetes Vermögen im Rahmen einer Amnestie offenbaren dürfen. Die Regierung Di Rupo hat jedoch im November 2012 beschlossen, das heutige permanente  System abzuschaffen. Es wird ab dem 1. Juli 2013 durch eine letzte Steueramnestierunde, die 6 Monate dauert, ersetzt.

Wer sein Schwarzgeld beim Finanzamt angibt, bezahlt ein Bußgeld, um die Steuerverluste zu kompensieren.

Ab 2014 wird es dann für die Belgier nicht mehr möglich sein, ihr Schwarzgeld zu legalisieren.

Die Menschen befürchteten, dass die Rahmenbedingungen nach dem 2. Juli viel komplizierter und vor allem weniger günstig sein würden, zitiert De Tijd einen Finanzexperten.

Der Vorentwurf zur Steueramnestie, der derzeit der Regierung noch zur Diskussion vorliegt, sieht in der Tat vor, dass das Bußgeld für den üblichen Steuerbetrug einem Tarif von 15 Prozent unterliegen soll. Hinzu kommt natürlich noch die Bezahlung der hinterzogenen Steuern. Bei der heutigen Regelung gilt ein Bußgeld-Tarif von 0 bis 10 Prozent.

Für Betrugsfälle in großem Umfang gilt eine andere Regelung. Diesen Steuersündern bleibe, laut De Tijd, keine andere Möglichkeit als auf die Fiskalamnestie zu warten, weil derartige Fälle innerhalb der heutigen strafrechtlichen Regelung nicht legalisiert werden dürften.

Erwartet werde übrigens, dass die Zahl der Offenlegungen von Steuersündern in den nächsten Jahren weiter ansteigt. Privatbanken sprechen offenbar von einem Ansturm.