Privatdetektive spionieren Personal aus

Die Gewerkschaften reagieren entrüstet über den zunehmenden Einsatz von Privatdetektiven in Unternehmen in der Absicht, Mitarbeiter auszuspionieren und anschließend gegebenenfalls zu feuern.

Piet Vandenbergh von der christlichen Gewerkschaft wirft den Privatdetekteien vor, selbst an die Unternehmen heranzutreten und ihre Dienste anzubieten: "Es besteht ein Netzwerk an Detekteien, die als Dienstleistung spezifisch anbieten, nach möglichen Fehlern eines Mitarbeiters zu suchen, damit das Unternehmen ihn feuern kann."

Das Innenministerium spricht von "extremen" Praktiken, die ethische Fragen hervorrufen, vom Gesetz gegenwärtig aber nicht verboten werden.

Einem Beamten des Innenministeriums zufolge haben Konzerne wie Belgacom, bpost, Carrefour und Coca-Cola ihre eigenen Detektive.

Dabei handelt es sich jedoch um eine Minderheit, schreibt die Zeitung De Tijd, höchstens 40 von 872 Unternehmen. Die meisten Unternehmen schließen Dienstleistungsverträge mit selbstständigen Detekteien ab.

"Oftmals werden die Detektive beauftragt, einen Mitarbeiter zu befragen. Es ist vorgekommen, dass dies außerhalb der Arbeitszeit geschah", klagt die sozialistische Gewerkschaft: "Es ist auch schon vorgekommen, dass der Arbeitnehmer nicht telefonieren darf:ein klarer Verstoß gegen das Gesetz."

Innenministerin Joëlle Milquet (CDH) will das Gesetz über den Detektivberuf, das aus den 1990er Jahren stammt, demnächst reformieren.