Finanzminister: Zyperns Rettung kostet Belgien nicht mehr

Zypern ist vorerst vor dem Bankrott gerettet. Die zyprische Regierung und die anderen Mitglieder der Europzone sowie der Internationale Währungsfonds haben sich am frühen Montagmorgen in Brüssel auf einen Rettungsplan einigen können. Zypern soll bis zu 10 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt bekommen - ein Notkredit. Der belgische Finanzminister zeigte sich erleichtert über die Einigung und ist überzeugt, dass niemand mehr an den Spareinlagen unter 100.000 Euro rütteln werde. Das sagte er im VRT-Radio am Montagmorgen. Er betonte auch, dass die Rettung Zyperns Belgien kein zusätzliches Geld kosten werde.

Sparguthaben von Zyprioten, die weniger als 100.000 Euro betragen, bleiben unangetastet. Die reicheren Sparer müssen hingegen bezahlen und auch im Bankensektor selbst soll umstrukturiert werden.

So soll die zweitgrößte Bank Zyperns, die Popular Bank (Laiki Bank), zerschlagen und eine "Bad Bank" errichtet werden. Dort sollen dann die faulen Papiere untergebracht werden. Die anderen Guthaben werden in der größten Bank Zyperns, der Bank of Cyprus, angelegt.

Der belgische Finanzminister Koen Geens zeigte sich erleichtert über die Einigung: "Das Gute an den Maßnahmen des vergangenen Wochenendes ist, dass wir uns voll und ganz auf die beiden Banken in Schwierigkeiten konzentriert haben und nicht mehr auf alle Banken, wie das letzte Woche noch der Fall war. Außerdem ist bei keiner Bank mehr die Rede von einer Abgabe von Spareinlagen unter 100.000 Euro, auch nicht bei den beiden Banken, die in Schwierigkeiten sind. Das ist also gerettet."

Der Finanzminister ist überzeugt, dass nun niemand mehr den Schutz von Spareinlagen unter 100.000 Euro gefährden werde. Das sagte er im VRT-Radio am Montagmorgen. 

Es sei sowieso um eine Entscheidung der zypriotischen Regierung gegangen und nicht um eine europäische, so der Finanzminister noch. Die Garantie von Sparguthaben bis zu 100.000 Euro ist "zwingendes europäisches Recht", betonte Geens. "Die zypriotische Regierung hatte zwar juristische und wirtschaftliche Argumente, um an die Spareinlagen zu kommen", trotzdem hätten die europäischen Minister so eine Entscheidung, laut Geens, niemals nehmen dürfen.

"Seien Sie beruhigt, dass dies nie mehr passieren wird", hieß es weiter. Geens machte auch deutlich, dass sich Belgien bei Bankproblemen stets für ein bail-out (Schuldenübernahme und Tilgung durch Dritte) entschieden hätte, wobei vor allem die Aktionäre zur Kasse gebeten würden. "Das war auch der gute Weg", findet er. Trotzdem bezeichnet er es in dieser Situation nicht als abnormal, dass die Lasten in Zypern anders verteilt würden. Solange man nur die Spareinlagen bis 100.000 Euro ausspare.

Der belgische Finanzminister betonte auch noch, dass unserem Land keine zusätzlichen Leistungen für den Notkredit von 10 Milliarden Euro für Zypern abverlangt werden. "Wir finanzieren jede Menge europäische Institutionen mit, zum Beispiel auch den europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM), aber das ist schon alles erledigt", so Geens noch. "Zusätzliches Geld überweisen, ist also nicht nötig."