Belgien: Zweithöchste Lohnkosten in der EU

Die belgischen Lohnkosten gehören zu den höchsten entsprechenden Kosten in der Europäischen Union. Nach einer Studie des Statistischen Bundesamtes in Deutschland belegt Belgien hinter Schweden hier den 2. Rang. Im vergangenen Jahr kostete eine Stunde Gehalt einem belgischen Arbeitgeber rund 40 €.

Nach den Berechnungen des Statistischen Bundesamtes zu den Lohnnebenkosten in der Privatwirtschaft stiegen die Lohnkosten in Belgien 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 %.

Das entspricht mehr, als dem Durchschnitt, der EU-weit bei 2,1 % liegt. In den Nachbarländern Belgiens stiegen diese Kosten weniger schnell: In den Niederlanden um 0,7 %, in Frankreich um 1,9 % und in Deutschland um 2,8 %.

Die Lohnkosten für eine Arbeitsstunde lagen letztes Jahr in Schweden bei 41,90 €, in Belgien bei 40,40 €, in Dänemark bei 39,50 €, in Frankreich bei 34,90 €, in Luxemburg bei 34,40 € und in den Niederlanden und Finnland jeweils bei 31,30 €. Auf Rang 8 folgt Deutschland mit 31 €.

Der Durchschnitt für die Kosten einer Arbeitsstunde in der EU lag 2012 bei 23,50 € und in der Eurozone bei 28,20 €. Am billigsten sind die Lohnkosten einer Arbeitsstunde laut Statistischem Bundesamt in Bulgarien (3,70 €) und in Rumänien (4,50 €).

Die Lohnkosten in der Industrie

Auf Ebene der Industrie, der wichtigste Bereich für die internationale Wettbewerbsfähigkeit, belegt Belgien nach den Berechnungen des Statistischen Bundesamtes aus Deutschland ebenfalls den 2. Platz hinter Schweden. Die Lohnkosten für eine Arbeitsstunde in der belgischen Industrie lagen im vergangenen Jahr bei 41,90 € gegenüber 36,30 € in Frankreich, 35,20 € in Deutschland und 33,70 € in den Niederlanden.

In Belgier zahlen die Arbeitgeber auf einen Bruttolohn von 100 € Nebenkosten von 47 €. Das betrifft in erster Linie die Sozialbeiträge. Nur in Schweden (51 €) und in Frankreich (50 €) liegen diese Nebenkosten höher als in Belgien. In Deutschland zahlen die Arbeitgeber zusätzlich an Nebenkosten bei 100 € Bruttolohn 27 € hinzu.