Belgiens Großindustrie kritisiert hohe Strompreise

Nach Ansicht von Vertretern der belgischen Großindustrie sind die Stromkosten in unserem Land zu hoch. Industrielle Großkunden der hiesigen Energieproduzenten klagen nicht erst seit gestern über hohe Energie- und Netzpreise sowie über die hohen Abgaben für Elektrizität.

Die Unternehmen der belgischen Großindustrie zahlen für ihre Elektrizität Preise, die zwischen 15 und 20 % höher liegen, als in Nachbarländern, wie Deutschland oder die Niederlande. Eine Studie von Deloitte im Auftrag des Verbandes der Energie-Großverbraucher in Belgien Febeliec beleget, dass nicht nur die Elektrizität an sich hierzulande zu teuer ist, sondern dass auch die Steuern auf Strom und die Netzkosten enorm zu Buche schlagen.

Wim Van Gerven, Sprecher des Stahlriesen ArcelorMittal in Gent sagte am Mittwoch gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion, dass die belgischen Standorte Gent und Lüttich im Vergleich zu denen der Nachbarländern einen klaren Wettbewerbsnachteil haben: „Die hohen Elektrizitätskosten gefährden unsere Zukunft in Belgien.“ Die Energie- und die Lohnkosten seien die wichtigsten Faktoren im internationalen Vergleich, heißt es dazu bei ArcelorMittal und dabei könne Belgien kaum noch mithalten.

Nicht nur ArcelorMittal läutet die Alarmglocken in dieser Hinsicht, sondern auch andere Elektrizitäts-Großverbraucher, wie Bayer Antwerpen, Solvay und das Metall-verarbeitende Unternehmen Nyrstar warnen vor den Wettbewerbsnachteilen durch hohe Energiekosten in unserem Land.