Amsterdam-Paris: Konkurrenz für den Thalys

Das private niederländische Eisenbahnunternehmen Travelteq plant ab April 2015 Hochgeschwindigkeitszüge auf der Verbindung Amsterdam-Brüssel-Paris einzusetzen. Damit würde Thalys erstmals privater Konkurrenz auf einer Stammstrecke begegnen.

Travelteq, ein Unternehmen des niederländischen Mischonzern-Inhabers Maarten Van den Biggelaar, kündigte an, ab April 2015 auf der Verbindung Amsterdam-Brüssel-Paris Hochgeschwindigkeitszüge mit hohem Reisekomfort für die Passagiere anbieten zu wollen. Fahrscheine für den Travelteq Express sollten aber nicht teurer sein, als herkömmliche Fahren in der 1. Klasse, wie das Unternehmen weiter meldete.

Bisher ist derzeit nur das Bahnunternehmen Thalys, ein Konsortium aus mehreren europäischen Staatsbahnen - darunter auch die belgische NMBS/SNCB, mit seinen Schnellzügen auf der Verbindung zwischen den drei Metropolen aktiv.

Travelteq wäre demnach die erste privat betriebene Bahngesellschaft, die auf den Markt drängen würde. Der Travelteq Express soll auf seinem Fahrweg am Amsterdamer Flughafen Schiphol, in Rotterdam, in Antwerpen und in Brüssel halten.

Das Unternehmen will dazu moderne Hochgeschwindigkeits-Züge leasen und ist der Ansicht, dass die zu durchquerenden Staatsbahngebiete genügen Raum bieten können, um täglich fünf Hin- und Rückfahrten zu ermöglichen.

Weitere ICE-Konkurrenz für den Thalys?

Ähnliches hat wohl auch die Deutsche Bahn AG. vor, die schon jetzt ICE-Verbindungen von Deutschland aus nach Belgien, Frankreich und in die Niederlande anbietet. Meldungen der deutschen Eisenbahnfachpresse ist zu entnehmen, dass die DB AG. Interesse daran zeigt, auch außerhalb Deutschlands im Hochgeschwindigkeitsverkehr aktiv zu werden.

Doch solche Vorhaben scheitern derzeit an der sich weiter hinauszögernden Auslieferung von neuen ICE-Zügen. Dadurch ist wohl auch die angekündigte Verlängerung der Verbindung Frankfurt-Köln-Brüssel-London durch den Kanaltunnel in weite Ferne gerückt.