Flandern-Runde: Boonen muss abbrechen

Der belgische Radrennfahrer Tom Boonen (Omega Pharma-Quick.Step) wird die Flandern-Runde in diesem Jahr nicht zum vierten Mal gewinnen. Nach einem frühen Sturz gab der belgische Meister im Straßenrennen auf.

Nach rund 20 Kilometer stürzte Boonen. Verschiedenen Quellen zufolge wurde er zu weiteren Untersuchungen an der Hüfte ins Krankenhaus nach Roeselare gebracht.

"Boonen hat eine Quetschung an der linken Hüfte und eine Verletzung am linken Ellenbogen", ließ sein Team Omega Pharma-Quick Step noch am Morgen wissen. "Er hat außerdem eine Prellung und eine Verletzung am rechten Knie, die mit mehreren Stichen genäht werden muss. Derzeit werden Röntgenaufnahmen gemacht, um jeglichen Bruch auszuschließen."

Offenbar hat Boonen keine Brüche, denn das hat inzwischen der Teamsprecher von Omega Pharma-Quick getwittert.

Boonen hat Flanderns schönste Runde bereits 2005, 2006 und 2012 gewonnen.

Nach einer verpatzen Vorbereitung - Boonen hatte eine Ellbogenoperation Ende Januar und kam nur langsam in Schwung - war Boonen an diesem Sonntag nicht als Favorit gestartet. Boonen war zudem vergangenen Sonntag bei Gent-Wevelgem gestürzt, hatte sich eine leichte Knieverletzung zugezogen und die Drei Tage von De Panne schon nach zwei Tagen verlassen, um sich für die Flandern-Runde zu schonen.

Die Flandern-Runde ist der zweite große Klassiker in diesem Jahr. Die Runde ist 256 Kilometer lang, und die Fahrer müssen 17 Steigungen bewältigen.

Tom Boonen hätte am heutigen Ostersonntag mit einem vierten Sieg alleiniger Rekordhalter der Flandern-Rundfahrt werden können. Mit dem Sturz auf der Höhe von Hooglede war die Runde jedoch für ihn vorbei. Er fiel hart auf seine Hüfte und hatte zu große Schmerzen, um weiterzufahren. Es ist noch nicht deutlich, ob Boonen am nächsten Sonntag beim Radrennen Paris-Roubaix antreten können wird.

Lefevere: "Sein Frühling ist wahrscheinlich vorbei"

Die Aufgabe Tom Boonens hat Omega Pharma-Quick Step einen Strich durch die Rechnung gemacht. "Ich habe auch stark geflucht", sagte Manager Patrick Lefevere am Sonntag. "Das Team ist jetzt natürlich ein bisschen ohne Kopf."

"Es ist vor allem psychologisch wieder ein schwerer Rückschlag für Tom. Seit Dezember wird er vom Pech verfolgt. Ich denke, dass sein Frühling vorbei ist. Sonst müsste er morgen den Spieß herumdrehen und trainieren. Das sehe ich aber noch nicht passieren."